Um bei CrazySports Augsburg eine Trainerausbildung machen zu können,
sind bestimmte Voraussetzungen notwendig, die wir vor der Zulassung
prüfen.
Bei uns kann man also nicht einfach Trainer werden, ohne jemals
vorher am Sportgerät gewesen zu sein.
"Binnen 2 Tagen zum Trainer. Keine Grundvoraussetzungen notwendig!"
Das klingt nicht einmal gut, das ist schlicht verantwortungslos.
Wer sich (online oder vor Ort) bei CrazySports Augsburg zum Poledance oder Aerial Hoop Trainer/ zur Trainerin ausbilden lassen möchte, sollte ein Grundwissen um die Technik des jeweiligen Sports mitbringen.
Didaktik, Stundenaufbau, Umgang mit Kunden/Kundinnen/ Teilnehmern/ Teilnehmerinnen, Gestaltung von Warm-Up und Cool-Down, Anatomiewissen und vieles mehr, bekommt ihr während der Ausbildung vermittelt.
Die Grundvoraussetzungen prüfen wir mittels eines Bewerbungsvideos. Je nach Level sind bestimmte Inhalte Pflicht, die allerdings mehr als machbar sind. Wir legen Wert auf die Gestaltungsfreiheit der Kurseinheiten durch den angehenden Trainer/ die angehende Trainerin, so lange dies im Rahmen der sinnvollen Didaktik bleibt.
Die Vorbildfunktion eines Trainers/ einer Trainerin darf nicht unterschätzt werden. Gerade bei den akrobatischen Sportarten Poledance und Aerial Hoop sollte diese auch immer sichtbar sein.
Weitere Informationen findet ihr unter
www.crazy-sports-augsburg.com/trainerausbildung
facebook: facebook.com/crazysportsaugsburgtrainer
Samstag, 8. Juni 2019
Samstag, 25. Mai 2019
Warm-Up und Cool-Down
Das muss reichen – Ökonomie bei Warm-up und Cool-Down
Warm-up und Cool-Down
sind essentielle Trainingsbestandteile. Ein gutes Warm-up Programm bereitet den
Körper auf die spätere Leistung vor und erhöht das Leistungslevel. Ein gutes
Cool-Down kann den Muskelkater minimieren und stellt einen psychologischen
Endpunkt des Trainings dar.
Von vielen ungeliebt,
sind diese beiden Bestandteile einer guten Trainingseinheit dennoch wichtig,
obwohl man meist am liebsten sofort mit dem eigentlichen Training loslegen
wollen würde.
Bedeutung eines guten
Warm-up Programms
Wie es der Name schon sagt, dient das Aufwärm-Programm der
Erhöhung der Körpertemperatur und somit der besseren Durchblutung des gesamten
Körpers.
Vor allem für Peripherie-Gebiete und von Natur aus schlechter
durchblutete Bereiche ist dies nicht nur sinnvoll, sondern notwendig, wenn man
das Verletzungsrisiko minimieren möchte.
„Kalte“ Sehnen und Bänder sind weniger elastisch und reißen
schneller, da sie spröde sind – einfach ausgedrückt. Die Gelenke zu kreisen
(Schulter, Fußgelenke, Handgelenke etc.) ist sinnvoll, nur erhöht dies kaum die
Körpertemperatur und sollte somit nur ergänzend zu Warm-up Programm
hinzugenommen werden, nicht das Warm-up Programm darstellen.
Statisch stehend auf der Stelle den Kopf nach rechts und
links oder auf die Brust neigen, gehört ebenfalls in die weiter oben
beschriebene Kategorie.
Im Idealfall sollten die Sehnen und Bänder durch die
Erhöhung der Körpertemperatur geschmeidiger werden, der Körper sich auf die
kommende Belastung einstellen und der Fokus auf die später im Training
benötigten Muskelpartien gelegt werden.
Um dies alles zu gewährleisten sind demnach mehr als nur 10
Jumping Jacks notwendig und ein gutes Warm-up Programm kann auch nicht binnen 3
Minuten abgeschlossen sein.
Ein auf das Training abgestimmtes
Warm-up
Im Idealfall weiß man, was man später im „Hauptteil“
trainieren will, so dass man die beanspruchten Gelenke, Sehnen und Bänder
stärker in den Fokus rücken kann.
Man sollte sich im Warm-up nicht komplett auspowern, aber
man sollte auch nicht in der Form mit den Kräften haushalten, dass man nur eine
körperliche Arbeitsbeschaffungsmaßnahme absolviert, in der Meinung, der
anstrengende Teil käme ja später.
Körperspannung ist im Warm-up ein ähnliches Zauberwort wie
im funktionalen Training an sich. Rumpfstabilität ist im Grunde immer vonnöten.
Verschiedene Übungen, die diese beiden Bereiche umfassen, bereiten den Körper
ideal vor.
Liegestütze, Lady-Liegestütze und ein paar Bauchübungen
können das Programm abrunden. Um die oben erwähnte Körperspannung und
Rumpfstabilität zu verbessern, können diese Übungen auch ab und zu mal für 30
Sekunden oder gar mal 1 Minute statisch gehalten werden. Klingt einfach, ist
aber wahnsinnig anstrengend und es wird einem recht schnell warm.
Ansonsten gilt für das Warm-Up-Programm eher: Dynamisch und
temporeich.
Übrigens: Statisches Dehnen hat in einem Warm-up Programm
nichts verloren.
Zusammengefasst:
·
ein gutes Warm-up Programm sollte ca. 10 Minuten
dauern
·
die Körpertemperatur sollte um 1-2°C erhöht
werden
·
statisches Dehnen und Kopfkreisen (360°) bitte
vermeiden
·
im Idealfall schon wissen, was später besonders
beansprucht werden wird und diese Körperteile im Besonderen aufwärmen.
·
Rumpfstabilisierende Übungen (Liegestütze,
Bauchübungen) einbauen.
·
Die Witterungsverhältnisse im Auge behalten
·
Im Winter das Warm-up in langen Hosen, Stulpen
und einem langärmligen Oberteil ausführen.
·
Darauf achten, dass die Gelenke, Sehnen und
Bänder angesprochen werden, um diese geschmeidiger zu machen.
·
Sich dabei aber nicht vollkommen auspowern.
Bedeutung des
Cool-Downs
Am Ende eines kräftezehrenden Trainings hat der Teil des
Cool-Downs hauptsächlich die Bedeutung, das Training abzurunden und den Körper
wieder abzukühlen. Wie zum Warm-up auch ist es sinnvoll, sich wieder ein wenig
mehr Anzuziehen, um das Abkühlen langsam von statten gehen zu lassen.
Im Cool-Down zu erwarten, dass man noch erhebliche
Verbesserungen der Beweglichkeit erzielen kann, ist überzogen. Stretching, um
den beispielsweise den Spagat zu erlernen oder zu verbessern oder die Rücken-
und Schulterflexibilität zu erhöhen sollte eine eigene Trainingseinheit
bekommen.
Stretching und Dehnen benötigt Kraft. Klingt zunächst
komisch, ist aber so.
Nach einer anstrengenden Trainingseinheit an der Stange ist
diese allerdings meist nur noch in Bruchteilen vorhanden.
Trotzdem die Bedeutung des Cool-Downs somit auf den ersten
Blick gering zu sein scheint, sollte man es auf gar keinen Fall
vernachlässigen. Auch sollte dem Cool-Down eine ähnliche Zeitspanne eingeräumt
werden, wie es für das Warm-up getan wurde.
Verzichtet man gänzlich auf das Cool-Down, so rächt sich der
Körper! Subjektiv konnte die Erfahrung gemacht werden, dass der Muskelkater und
das Gefühl des „eingerostet-seins“ am nächsten Tag umso stärker sind.
Im Idealfall konzentriert man sich beim Cool-Down auf die
Muskelgruppen und Gelenke, Sehnen und Bändern, die im Training besonders
beansprucht worden sind.
Konkret soll das heißen, dass beispielsweise eine stehende
oder sitzende Vorwärtsbeuge eine schöne Abschlussübung darstellt, wenn im
Training vorher allerdings vor allem die Unterarme belastet worden sind, so
sollte man Übungen wählen, die diese Muskelpartien und Körperbereiche umfassen.
Zusammengefasst:
·
Das Cool-Down rundet das Training ab.
·
Dem Körper wird signalisiert, dass die Belastung
nun ein Ende hat.
·
Ein sauberes Cool-Down vermeidet Verspannungen
und beugt bösem Muskelkater vor.
·
Besonderes Augenmerk auf die besonders
beanspruchten Körperbereiche legen und vor allem für diese auch Übungen
einbauen.
·
Auch dem Kopf soll mittels des Cool-Downs wieder
Entspannung nach der Phase der intensiven Konzentration gegönnt werden.
·
Man schließt das Training ab und bereitet sich
auf das Kommende vor.
·
Man kann das Training nochmals Revue passieren
lassen.
·
Kleine Rituale machen das Cool-Down zu einem
wichtigen Aspekt für die Ruhe!
Freitag, 17. Mai 2019
Seitenadministration = Repräsentation
Wer ein kleines oder mittelständisches Unternehmen/
Sportstudio betreibt, der verfügt mit Sicherheit auch über eine Geschäftsseite
des Unternehmens beim großen blauen sozialen Netzwerk mit den 2 Buchstaben.
Je stärker das Unternehmen von einer Person repräsentiert
wird, umso schwerer fällt es interessierten Personen eine Trennung zwischen
einem „Privat“-Profil und einer Unternehmensseite vorzunehmen. Viele wissen
zudem nicht, dass man auch Unternehmensseiten per Messenger kontaktieren kann.
Die Person, die das Unternehmen leitet, IST das Unternehmen. Man kontaktiert
sie also gerne direkt, statt mit der Unternehmensseite „Kontakt“ aufzunehmen.
Heute soll allerdings der Fokus gar nicht auf den Personen
liegen, die wir mittels unserer Präsenz mit einer Unternehmensseite ansprechen
wollen, sondern auf unseren Aufgaben als Seitenbetreiber/ Seitenbetreiberin.
Was wir posten, repräsentiert unsere Tätigkeiten, zeigt unser Portfolio, soll
den Kunden und Kundinnen, den Teilnehmern und Teilnehmerinnen zeigen, wie toll
wir sind.
Wenn wir die Erlaubnis haben, so posten wir hier natürlich
auch Fotos der Teilnehmer und Teilnehmerinnen und zeigen, was man mit unserem
Training erreichen, bei unseren Veranstaltungen erleben kann.
Wir werben für unser Unternehmen und das ist gut so.
Manchmal allerdings geht der Schuss nach hinten los. Dann
nämlich, wenn man so stolz auf die Ergebnisse des letzten Trainings ist, dass
einem als Trainer oder Trainerin gar nicht auffällt, dass die Posen für eine
öffentliche Darstellung, die jedem zugänglich ist - gelinde gesagt -
ungeschickt sind (selbst wenn man die Technik des Tricks dann gut erkennen
kann).
Oder aber man lässt sich öffentlich sichtbar auf unsinnige
Diskussionen ein. Auch das passiert allzu schnell, irritiert aber viele
Seitenbesucher nur. Es kommt immer mal wieder vor, dass eine Person meint, sich
einen Scherz erlauben zu können, etwas unpassend kommentiert oder sich in
sonstiger Weise nicht geschäftsfördernd verhält. Hier sollten wir als
Seitenbetreiber schnell handeln: Kommentar löschen und eventuell den Urheber/
die Urheberin direkt kontaktieren und ihm/ihr erklären, warum man den Kommentar
gelöscht hat. Alles Weitere hat auf einer Business-Seite nichts verloren.
Als Seitenbetreiber repräsentiert man das Unternehmen.
Selbst wenn der Firmenname vor dem Post steht, weiß meist jeder, wer hier
antwortet. Eine Trennung zwischen privat und geschäftlich ist – wie bereits
oben beschrieben – kaum möglich. Insofern sollten wir uns unserer Außenwirkung
auch bei den Personen, die uns eventuell noch gar nicht so gut kennen, bewusst
sein und dementsprechend als Seitenbetreiber auch handeln.
Samstag, 11. Mai 2019
Wenn die Motivation fehlt, muss die Disziplin aushelfen
Es gibt 1000 Gründe dafür, "heute" keinen Sport zu machen, diese
reichen manchmal sogar für ein ganzes Jahr!
Verfügbare Zeit für Sport im Jahresplan:
Eines muss jedem klar sein, der ernsthaft vorankommen möchte: Training bringt nur was, wenn man hingeht!
Wochen nichts zu tun, um dann von den nicht eintretenden Fortschritten frustriert zu sein, ist nicht nur schlecht für's Gemüt, sondern auch für den Körper.
Wer sich allerdings mit dem Jahresplan oben zufriedengibt, der kann auch aus voller Überzeugung behaupten: Wenn ich den Sport machen würde, dann wäre ich bestimmt besser als jeder andere!
Verfügbare Zeit für Sport im Jahresplan:
- Januar = Grippe/ ich muss mir erstmal klar werden, was ich dieses Jahr an Sport machen will
- Februar = Fasching, danach krank
- März, April = Ostern, Urlaub - danach krank
- Mai = Pfingsturlaub/ das Wetter ist schon zu schön, ich will nach draußen (vielleicht)
- Juni, Juli, August = im Sommer mache ich bestimmt was draußen/ Keine Zeit, treffe mich mit Freunden im Biergarten
- September = Oktoberfest, danach krank; Quartalsabschluss in der Arbeit, viel zu viel zu tun, das neue Schuljahr hat gerade begonnen, ich muss erstmal gucken, wie der Stundenplan der Kinder aussieht.
- Oktober - Grippe/ beginnender Jahresendstress in der Arbeit, Prüfungszeit in der Schule, ich muss mit den Kindern lernen
- November = Herbstferien, danach krank, einsetzender Weihnachtsvorstress, leichte Erkältungen, zu kalt
- Dezember = Weihnachtsstress, krank, Urlaub.....
Eines muss jedem klar sein, der ernsthaft vorankommen möchte: Training bringt nur was, wenn man hingeht!
Wochen nichts zu tun, um dann von den nicht eintretenden Fortschritten frustriert zu sein, ist nicht nur schlecht für's Gemüt, sondern auch für den Körper.
Wer sich allerdings mit dem Jahresplan oben zufriedengibt, der kann auch aus voller Überzeugung behaupten: Wenn ich den Sport machen würde, dann wäre ich bestimmt besser als jeder andere!
Freitag, 19. April 2019
Verbrannter Kuchen
Egal wie viel Mühe es im Vorfeld gemacht hat, wenn das Ergebnis ein verbrannter Kuchen ist, so würde man diesen wohl nicht servieren.
Der Gast/ Konsument sieht nur das Ergebnis - als Melange
Was bekommt der Gast? Den Kuchen. Wie fühlt er sich, wenn wir ihm einen verbrannten Kuchen vorsetzen? Wohl kaum gewertschätzt.
Vergeht ihm der Appetit oder wird der Konsument sagen: Aber der Boden war gar nicht so schlecht? Nein, er wird das Gesamtbild sehen. Wenn das Gesamtbild nicht passt, so kann man den Kuchen nicht servieren.
Hat uns das Kuchenbacken keine Mühe gemacht? Natürlich!
Haben wir den Kuchen mit dem Vorsatz gebacken, ihn verbrennen zu lassen? Sicher nicht.
Was möchte uns der Autor damit sagen?
Natürlich. Ich stelle auch keine misslungenen Versuche von mir ein.
Ich kann keine Selfies (jedenfalls keine, auf denen ich nicht bescheuert aussehe).
Viele meiner Bilder sind nicht perfekt, aber natürlich so, dass ich meine sie zeigen zu können.
Und wenn ein Gemeinschaftsprojekt entsteht - im Studio, für die Bühne, als Film, für die Öffentlichkeit, dann müssen sich alle damit wohlfühlen.
Im Studio enstehen viele Bilder beim Training. Als kleine Stolzeswährung für die Mühen, als Akt der Selbstdarstellung, als Hochachtung vor den teilnehmenden Personen, die sich darüber freuen.
Zoom mir auf den Hintern
Es wird keine "Guck mir in den Schritt" Bilder geben, selbst wenn man auf diesen manchmal die Technik der Figur am besten erkennen könnte. Aber das ist ein Anstands-Stil-No-Go!
Wenn eine teilnehmende Person, ein Kunde oder eine Kundin jemals im "wahren" Leben mit diesen Ergebnissen des Training von einer realen Person konfrontiert werden würde, so soll kein Schamgefühl entstehen. So soll der Stolz lebendig bleiben. Ehrlicher Stolz, ehrliches Selbstvertrauen, basierend auf ehrlicher Arbeit.
Deswegen werden auch viele Fotos vernichtet. Viele Versuche nicht veröffentlicht.
Niemals steht hier der Anspruch der Perfektion im Vordergrund, denn wir sind Menschen und somit im Grunde eben nie perfekt.
Die Arbeit war nie umsonst. Kein Training ist verloren!
Wenn man sich aber mit dem Ergebnis nicht wohlfühlt, weil man nur eine verbrannten Kuchen zum Servieren hätte, so war das Training nicht umsonst, selbst wenn den Kuchen nun niemand essen kann.
Und selbst wenn die Trainerin der Meinung wäre, das Foto einer Kundin wäre toll, aber die Kundin eben nicht möchte, dass es veröffentlicht wird, dann stellt sich keine Frage und dann sollte sich auch nie eine Diskussion ergeben.
Wenn die Kundin das Ergebnis als verbrannten Kuchen empfindet, den sie nicht essen möchte, dann kann die andere Person nicht darauf herumhacken, dass es doch so viel Arbeit im Vorfeld gewesen wäre.
Freitag, 12. April 2019
Innerlich verwundet….
Oberflächlich betrachtet ist es ganz einfach: Wenn man sich eine Verwundung zuzieht, dann handelt man. Ganz gleich, ob man sich schneidet, sich aufschürft oder sich einen Reißnagel in die Ferse tritt. Der Körper mahnt uns mit einem akuten Schmerzempfinden und jeder normale Mensch reagiert darauf. Zunächst wird die Ursache gesucht und wenn möglich entfernt (Reißnagel aus der Ferse ziehen, Hand von der Herdplatte nehmen, nicht sofort wieder mit dem Ellenbogen an der Rauhputzmauer vorbeischrammen). Kein Mensch würde freiwillig mit einem Reißnagel in der Ferse einen begonnenen Marathon weiterlaufen....
Sofortmaßnahmen
Dann sehen wir uns an, was mit uns passiert ist und entscheiden
über weitere Maßnahmen (Selbstmedikation, professionelle Hilfe, beides).
Danach helfen wir der Stelle, dass sie heilen kann: Wir versorgen
die Wunde und achten darauf, dass sie vor weiterer Beschädigung geschützt wird
und dass sie sich nicht entzünden kann. Wir halten die Wunde sauber und
vermeiden es, Dreck in die Wunde zu bringen.
Sichtbar und unsichtbar
Das ist der Vorteil oberflächlicher Verwundungen: Man sieht
sie.
Dies gilt für die verwundete Person selbst, aber auch für
die Umwelt. Trägt man ein Pflaster oder einen Verband, so ist einem die
Aufmerksamkeit und die Mithilfe anderer fast sicher.
Innerlich tragen wir keine Verbände. Dies gilt für
Verletzungen der Seele ebenso wie bei Verletzungen der Organe oder der Nerven.
Auch hier mahnt uns der Körper ziemlich frühzeitig mit einem
akutem Schmerzempfinden, leider ignoriert man es nur allzu oft. „Wird schon
wieder!“ – „Zähne zusammenbeißen“ – „Das darf man nicht so ernst nehmen.“
Weder suchen wir die Ursache, noch entfernen wir den
Reißnagel umgehend, noch verbinden wir die Wunde und vor Dreck bewahren wir sie
auch nicht.
Dennoch erwarten wir, dass die Verletzung heilt. Von selbst.
Ohne Zutun. Schließlich sieht man ja nichts.
ZZ - Zelber Zuld
Bei diesem Vorgehen ist es nicht verwunderlich, dass die Heilung
nicht voranschreiten kann. Wenn zusätzlich Dreck (der überall vorhanden ist) in
die Wunde gelangt, so ist es fast logisch, dass sich die Wunde entzündet.
Kann man nun den Dreck dafür verantwortlich machen, dass er
da ist? Nein!
Es ist unser Umgang, der dem Dreck ermöglichte, sich in der
Wunde breit zu machen und diese zu infizieren.
Was kann man also mitnehmen? Auch innerliche Schmerzen (ganz
gleich ob organisch, den Halteapparat betreffend oder seelisch) ernst nehmen.
Die Wunde säubern und ihr beim Heilen helfen und nicht zuletzt darauf achten, Umweltdreck
zu vermeiden.
Samstag, 23. März 2019
Realistische Motivation
Keep on moving - Egal auf welchem Level man gerade ist!
„Aber die anderen!“ – Die anderen sind besser, die anderen sind beweglicher, die anderen sind schöner und ich bin schlecht. Wir alle benötigen Anreize und Ziele, es kommt aber immer darauf an, wo man seine Ziele sieht und wie man sich die Ziele setzt. Ziele werden heute auch durch soziale Netzwerke und Fotos und Videos, die in diesen veröffentlicht werden, gesetzt. Sind das dann noch die eigenen Ziele? Und vor allem: Sind es realistische Ziele?
Blickrichtungen
Wir können nicht in die Zukunft sehen und das ist auch ganz gut so.
In Ermangelung des Wissens um das, was da noch kommt, legen wir häufig den Blick auf die Vergangenheit. Auch das kann gut sein, es kann uns aber auch ziemlich frustrieren. Die oben stehende Grafik verdeutlicht, wie sich Training häufig gestaltet. Wir beginnen (meist am Anfang!) und lernen neue Dinge. Es geht mit der Zeit vorwärts und wir freuen uns über unsere Fortschritte und versehen diese in unserem Kopf mit einem grünen Haken. Leider folgt auf ein Hoch (hier mit „Fortschritt“, oder „Glücksgefühl“, oder „Freude“, oder „nail the move“ bezeichnet) naturgemäß meist auch ein Tief („Rückschlag“, „Frust“, „eine Verletzung“, „Zeitmangel“).
In diesem Tiefs geht nicht nur scheinbar nichts mehr vorwärts, nein, oftmals haben wir sogar das Gefühl schlechter zu sein als noch ein paar Wochen/Tage vorher und uns zurück zu entwickeln. Wehmütig gucken wir zurück zum letzten „Hoch“ (Blickrichtung blau!) und fühlen uns auch noch bestätigt! „Ich war schon mal besser!“ – „Es geht nicht vorwärts, sondern rückwärts!“ – „Das hat ja wohl alles keinen Sinn!“. Wenn wir dieses Tief überwinden, dann geht es auch (fast ebenso naturgemäß) wieder aufwärts. Leider wiederholt sich das oben beschriebene Szenario nach (kurzer) Zeit erneut. Jetzt stellt sich die Frage, wie frustrationstolerant wir sind? Wen machen wir für unsere (kurzfristige) Stagnation verantwortlich?
Natürliche Entwicklung oder geringe Frustrationstoleranz?
Sehen wir es als Bestandteil einer natürlichen Entwicklung oder werden wir die Flinte ins Korn, suchen die Schuld beim Trainer und dem Rest der Trainingsgruppe (die ja immer ALLE besser sind)? Wahres Training ist wie eine Ehe: In guten wie in schlechten Zeiten, mit dem Glauben daran, dass es auch wieder besser wird.
Sonntag, 15. Juli 2018
Die Schönheit des Moments
„Wenn Du es eilig hast,
lass’ Dir Zeit.“ – „Arbeite konzentriert.“
Alle diese Aussagen haben ihre Berechtigung und doch
vernachlässigen sie einen wichtigen Aspekt des Weges und der Zeit:
Respekt, Ästhetik und das Auskosten dessen, was gerade
ist.
Kraftreservenökonomie
Was sehr kryptisch klingt,
ist das Ergebnis von Beobachtungen beim Erlernen neuer Moves (an der Pole, im
Hoop, beim Yoga, im Tanz). Vor dem geistigen Auge steht das Ziel des
Endergebnisses. Ziel ist die Figur, der Move, der am Ende klappen soll. Auf dem
Weg dorthin werden somit manchmal wichtige Punkte vernachlässigt oder
vergessen. Das ist ganz selten böse Absicht, sondern vielmehr das Resultat des
Zusammenspiels von Kraftreservenökonomie, Aufregung und mentaler Anspannung.
Anfangs muss man sich die
Kraft einteilen. Und da der Großteil der Kraft für die neue Bewegung zur
Verfügung stehen soll, muss man eben schnell durch die Teilschritte hetzen.
Unsicherheit attackiert Souveränität
Dazu kommt die Anspannung,
die Aufregung: Wird es klappen? Tut diese neue Figur weh? Brauche ich dafür
Fähigkeiten, die ich jetzt noch nicht abschätzen kann: Abwesenheit von Angst,
Flexibilität, Kraft in bestimmten Bereichen des Körpers? Diese Fragen
verursachen Unsicherheit. Unsicherheit führt zum Verlust von Souveränität.
Dieses Phänomen kann aber
auch dazu führen, dass Tricks und Figuren, die Voraussetzungen für andere
Figuren darstellen, auf einmal besser klappen, weil sie gar nicht mehr so sehr
im Fokus der Aufmerksamkeit stehen, sondern mitunter als „notwendiges Übel“ auf
dem Weg zum eigentlichen Ziel gesehen werden.
Wenn Teilschritte zur Selbstverständlichkeit werden
Will man an der Pole
beispielsweise eine Figur üben, deren Voraussetzung der Inside oder Outside Leg
Hang, oder gar der Superman ist, so kann man beobachten, dass auf einmal die
schmerzhaften Druckpunkte und die brennende Haut mental ausklammert. Ähnlich
sieht es im Hoop aus: Lifts und Mounts, kraftraubende und manchmal verhasste
Übel, werden auf dem Weg zur nächsthöheren Figur – im wahrsten Sinne des Wortes
– einfach gemacht.
Manchmal stellt man sogar
fest, dass diese Figuren wie von Zauberhand besser funktionieren und wieder und
wieder trainiert und ausgeführt werden, weil sie auf dem Weg zur Endfigur
einfach sein müssen und eine Prämisse darstellen, an der man nicht vorbei
kommt.
Zwei Seiten
Allerdings gibt es wie bei
fast allen Dingen auch hier zwei Seiten. Die Wertschätzung dessen, was man so
„nebenbei“ macht, kommt zu kurz. Der Respekt für den körperlichen Aufwand
sinkt, was gestern noch als ein hochgestecktes Ziel galt, ist heute einfach nur
ein Muss auf dem Weg zu einem neuen Ziel.
Man entwickelt sich weiter,
Ziele werden höher gesteckt, das Können und die Fertigkeiten nehmen zu.
Und doch ist es den wichtigen
Teilschritten gegenüber unfair. Jeder Schritt auf dem Weg zum Erfolg hat
Respekt und Wertschätzung verdient.
Der Fokus und das Selbstwertgefühl
War man gestern noch stolz
darauf, Figur A (endlich) geschafft zu haben, so scheint sie heute kaum mehr
beachtet zu werden. Sie wurde auf dem Weg zum nächsten Ziel zur Selbstverständlichkeit.
Nicht nur das, was in Zukunft
vielleicht einmal sein kann ist wichtig, sondern auch das, was man schon
erreicht hat, was man sich erarbeitet hat.
Legt man den Fokus nur auf
noch zu erreichende Ziele, so wird man immer mit dem Gefühl der Unzulänglichkeit
zurückgelassen. Und da es zu Beginn des Trainings neuer Figuren normal ist,
dass diese selten auf Anhieb klappen, kann man sich selbst so wunderbar in eine
Spirale der Frustration manövrieren.
Zelebrieren der Teilbewegungen
Tanz entsteht dann, wenn
Bewegungen im gleichmäßigen Fluss spielend ineinander übergehen. Tanz ist an
den Tag gelegtes Rhythmusgefühl des Körpers. Würde sich in einem Musikstück der
Takt und die Schlagzahl, das Tempo und die Geschwindigkeit alle 3 Sekunden
ändern, so würden wir das Zusammenspiel der Töne und Instrumente nicht
unbedingt als gefällig empfinden (außer man steht auf Jazz!).
Ähnlich ist es beim Ablauf
von Bewegungen im Sport.
Every second counts
Raum einnehmen, sich seiner
Größe bewusst sein – das hat nicht nur etwas mit der räumlichen Komponente zu
tun, sondern auch mit der zeitlichen. Je mehr man auch die notwendigen
Teilbewegungen zu schätzen lernt, umso ästhetischer, sauberer und genauer wird
man sie ausführen. Und dann ist es auf einmal auch nicht mehr schlimm, wenn man
das Endergebnis nicht (immer) erreicht.
Das Einnehmen der
Grundhaltung, die tänzerisch notwendige Größe und Anspannung, die Vorbereitung
des Körpers auf das, was da als nächstes kommt, ist schön! Je sauberer die
Teilschritte ausgeführt werden, umso wahrscheinlicher ist es, dass man auch das
Ziel erreichen wird.
Ein Foto für jede Sekunde
Im Unterricht sage ich oft,
man möge sich im Spiegel betrachten. Dann, wenn man das Gefühl hat, ein
außenstehender Beobachter könnte zu jeder Zeit ein Foto machen und das Ergebnis
wäre nicht schlecht, sondern würde die Passion, die Leidenschaft, die
Sauberkeit, die Ästhetik zeigen die der Sport und die Person in sich trägt,
dann hat man den notwendigen Respekt für die Teilschritte walten lassen.
If you stumble, make it part of the dance
Und wenn man dies zum
Grundsatz hat werden lassen, so kann man auch in scheinbar „missglückten“
Versuchen etwas Schönes sehen. Dann fällt niemandem auf, dass man eigentlich ein
anderes Ziel vor Augen hatte, als man die Teilschritte auf dem Weg zum
antizipierten Endergebnis ausgeführt hat. Denn dann ist jede Bewegung für sich
so schön, so klar und so souverän, dass es fast schon egal ist, was man „eigentlich“
erreichen wollte.
Samstag, 9. Juni 2018
Platz für das eigene kleine Königreich
![]() |
| Foto: pixabay |
Personen, die sich
in den Vordergrund drängen, sich mit fremden Federn schmücken, übertreiben,
sich zu viel Raum nehmen, arrogant sind....
Zugegeben, das mag
niemand gerne.
Im Auge des Betrachters
Dabei liegt aber
alles im Auge des Betrachters. Manche Personen sind schon der Meinung, Selbstdarstellung
wäre absolut gleichbedeutend mit den oben beschriebenen Verhaltensweisen. Das
Wort „Selbstdarstellung“ ist so negativ behaftet, dass es schon wie eine
Beleidigung und ein Schimpfwort verwendet wird. In einigen Kreisen ist es sogar
ein institutionalisierter Begriff.
Selbstdarstellung
Die oben
beschriebenen Verhaltensweisen haben aber im Grunde nichts mit einer
Selbstdarstellung zu tun. Was ist ein Lebenslauf? Ja, eine Selbstdarstellung.
Was ist die Wahl des bevorzugten Kleidungsstückes. Ja, eine Selbstdarstellung.
Was ist das Erzählen dessen, was einen zu der Person gemacht hat, die man heute
ist? Ja, eine Selbstdarstellung.
Und wer könnte das
besser als die Person, die eben ihr Leben lebt? Wenn alles faktisch belegbar
ist, wenn alles zueinander passt, wenn sich die Mosaiksteine fügen und ein
authentisches Gesamtbild ergeben, dann ist gegen Selbstdarstellung nichts
einzuwenden.
Wer kein klares Bild
von sich zeichnen und entwerfen kann, darf nicht erwarten, dass die Umwelt sich
eines machen kann.
Nicht Fisch, nicht Fleisch!
Nicht Fisch, nicht
Fleisch! Gut, ist heutzutage auch kein Problem mehr, wo es doch sowieso immer
mehr Veganer und Vegetarier gibt.
Bitte keine
schillernden Persönlichkeiten, man tappt dann doch lieber im Dunkeln. Ein
Grottenolm kann eben mit einem Pfau wenig anfangen. Muss er auch nicht. Beide
haben ihre Berechtigung. Aber der Grottenolm sollte dem Pfau nicht die Federn
ausreißen wollen...
Selbstdarstellung
ist allerdings etwas ganz Natürliches und Notwendiges, was einem manche
Menschen absprechen wollen. Sie beschränken die eigene Identität bzw. die
Darstellung derer.
Erzähle mir, wer Du
bist, aber erzähle nicht zu viel, auch wenn es stimmt!
Selbstdarstellung
bedeutet, dass man eine klare Vorstellung von sich als Person hat und auch
weiß, wie man gerne wahrgenommen werden wollen würde. Ob das dann immer so
klappt, ist fraglich und kommt auf die Interaktionspartner an. Grundsätzlich ist
gegen diesen Wunsch nichts einzuwenden.
Eigentlich.
Sprache, Mimik,
Gestik, Kleidungsstil, Humor, Stil und Vorlieben, all dass gehört zu einer
Person und zeichnet ein Bild von ihr. Je farbiger, desto besser. Aber manche
Menschen bevorzugen grau, vor allem bei anderen Personen. (Nicht falsch
verstehen, ich liebe die Farbe Grau!)
Selbstdarstellung ist notwendig
Ohne
Selbstdarstellung geht es nicht. Ein Bäcker, der nicht auf die besondere
Qualität seiner Backwaren hinweist, betreibt schlechtes Marketing, ein
Autoverkäufer, der potentielle Kunden das Auto vorführt indem er sagt: „Ja mei,
es ist ein Auto. Es kostet Geld. Es fährt. Was soll ich sonst dazu sagen?“ –
wäre wohl nicht mehr lange beim Arbeitgeber? Das alles scheint uns
verständlich.
Dieses Verständnis
hört auf, sobald es um die eigene Person geht.
Erving Goffmann
beschreibt in seinem Buch „Wir alle spielen Theater“ unter anderem auch die
tägliche Inszenierung. Dabei erkennt und beschreibt er einen wesentlichen
Unterschied. Ein Zuschauer erwartet und weiß, dass ihm oder ihr auf der Bühne
Dinge vorgespielt und vorgetäuscht werden und wäre (mit Recht) bitter
enttäuscht, wenn die Protagonisten ihren Job schlecht oder gar nicht machen
würden.
Im Leben versuchen
wir Dinge darzustellen, die echt sind. Dann sind wir Selbstdarsteller (noch
keine Angeber, noch keine Aufschneider, noch keine Hochstapler).
Zugeschriebene Rollenkompetenz
In den
soziologischen Rollentheorien (ich bin im Moment zu faul den entsprechenden
Wissenschaftler rauszusuchen – war es Talcott Parson?) sagt man, zugeschriebene
Rollenkompetenz wirke identitätsstiftend.
Bedeutet so viel
wie: Wenn mir jemand glaubt, dass ich das, was ich tue auch kann, dann bestärkt
mich das.
Umgekehrt wird
leider auch ein (häufig sehr beleidigender und drückender) Schuh daraus: Nimmt
sich eine Person oder eine Institution oder eine Gruppe von Personen heraus, einer
Person das, was sie kann und was sie tut, abzusprechen, es als irrelevant und
nichtig hinzustellen, so wird somit auch die eigene Identität in Frage
gestellt. Gerade wenn es nicht Staubkörner im Selbstbild, sondern Meilensteine
im Leben sind, kann man diese der anderen Personen nicht absprechen oder als
nichtig abtun.
Raum einnehmen (dürfen)
Zweifel dürfen
aufkommen, gesundes Misstrauen ist gut. Wie sagt man schon so schön: „Vertrauen
ist gut, Kontrolle ist besser.“ – Lässt sich die bezweifelte Person dann
allerdings mit sämtlichen Wassern aller Kontrollmechanismen waschen und löst
sich dabei nicht wie ein Stück Würfelzucker auf, dann sollte man der Person
ihre Identität auch zugestehen.
Alles andere wäre
arrogant und anmaßend. Und zwar nicht von der Person, die sich selbst
darstellt....
In meiner Tätigkeit
als Trainerin spreche ich oft vom „Raum einnehmen“ – dabei gilt dies sowohl in
Vorbereitungen für freie Reden, als auch beim Tanzen und bei der Körpersprache.
Jeder Mensch sollte Raum einnehmen können. So lange er diesen Raum mit Leben
füllt und dabei niemand anderen ein- oder beschränkt, hat jede Person Anrecht
auf ihr eigenes kleines Königreich.
Verweigert man dies,
kann man keine Einschätzungsobjektivität für sich beanspruchen, Neutralität und
Offenheit schon gleich dreimal nicht. Erzähle mir, wie Du den Kuchen backst,
aber erzähle mir nichts von den Zutaten!
Donnerstag, 10. Mai 2018
Wach auf!
"Schlafen ist bequem, aber Erwachen ist interessant."
Hazrat Inayat Khan (1882-1927), indischer Sufi-Meister
Hazrat Inayat Khan (1882-1927), indischer Sufi-Meister
Viele Sachverhalte lassen sich metaphorisch gut darstellen. Die durch Worte gemalten Bilder regen die Phantasie an, gestalten Gedanken bunt, füllen sie mit persönlichen Erfahrungen.
Dies hilft beim Erklären von Pole- und Aerial Hoop Tricks, Yoga- und Pilatesübungen und manchmal auch dabei, komplizierte Entwicklungen in leicht verdauliche und verständliche Häppchen zu zerschneiden.
Erklärt man die richtige Haltung für eine Kniebeuge, so kann man sich gut der Methapher der ungepflegten Autobahnraststätten-Toilette bedienen: Die Schüssel treffen aber unter keinen Umständen berühren....
Im Pilates gibt es die "Säge" als Figur, im Yoga sind es die Pflanzen und Tiere, die uns bildlich erklären sollen, wie etwas auszusehen hat. Im Pole benutze ich häufig die Methapher "Stell' Dir vor, du fährst im Auto über Kopfsteinpflaster während Du einen enormen Harndrang hast." Das führt automatisch dazu, dass die Beckenbodenmuskulatur aktiviert wird und die untere Bauchmuskulatur anfängt zu arbeiten.
Das alles fiel mir heute ein, als eine weitere Metapher im Austausch mit einer lieben Freundin entstand. Man hätte die Hoffnung, dass die Leute aufwachen würden. Es wurde die Frage gestellt, ob man die Leute vielleicht nicht aufwecken müsse?
Das ist ein gutes Bild!
Personen können von selbst aufwachen, weil es Zeit ist und der Körper/Geist bereit ist dafür, oder Personen können geweckt werden. Meistens empfinden Personen ein gewaltsames Reißen aus dem Schlaf nicht als unbedingt nett.
Selbst wenn es nötig ist (weil Gefahr droht, weil man sonst etwas Wichtiges verpassen würde oder irgendwohin zu spät kommen würde), ist die erste Reaktion doch meist Ärger und Zorn auf den, der die Person geweckt hat. Möchte man den (ungerechtfertigten, aber verständlichen) Zorn und Ärger nicht auf sich ziehen, so muss man zusehen, wie die Leute schlafen und darauf hoffen, dass sie rechtzeitig selbst aufwachen.
Und wenn Leute schlafen, dann muss man leise sein. Das gebietet die Höflichkeit und der Respekt.
Fotocredit: Pixabay
Sonntag, 22. April 2018
Yoga ist ja nur Entspannung....
"Nee, Yoga ist nix für mich! Weißt Du, ich bin nicht so der Typ der im Kreis sitzt und "om" sagt."
In 9 von 10 Fällen hört man diesen Satz, wenn man die Frage beantwortet, was der Kunde/Interessent - die Kundin/Interessentin denn noch so tun könnte, um gleichzeitig Kraft und Flexibilität zu verbessern und man daraufhin "Yoga" empfiehlt.
Donnerstag, 15. Februar 2018
Ästhetik und Tanz
"Die Ästhetik der Kunstform Tanz lässt sich durch wissenschaftliche Untersuchungen nicht erklären."
(aus dem Buch "Dance Anatomie", Seite 1 - ISBN: 978-3-7679-1046-1)
.....also werde ich nicht versuchen, es zu tun.
Aber vielleicht liegt es genau daran. Tanz ist Hingabe, Tanz ist Gefühl, Tanz ist Charakter, Tanz ist Seele. Kann man Gefühle, Charakter, Hingabe und Seele wissenschaftlich definieren? Vielleicht in Teilen, aber eben nicht im Ganzen.
Technisch perfekter Tanz ohne Seele kickt mich nicht. Seele ohne Technik ist aber auch nicht die Lösung.
Wie kann man also versuchen, die Potentiale der inneren Schönheit in der Kunst- und Ausdrucksform "Tanz" nach außen zu tragen?
Zeit und Raum sind wesentliche Bestandteile für mich. Den Bewegungen Zeit geben, sie zelebrieren, Raum einnehmen, sich groß machen und den Raum, der einem zur Verfügung steht, einnehmen. Nicht zögerlich, nicht bittend, sondern mir einer selbstbewussten Selbstverständlichkeit.
Jede Bewegung verdient die gleiche Aufmerksamkeit. Eine Drehung, ein Climb, ein Lift - ganz egal ob im Hoop oder an der Pole oder im puren Floorwork besteht aus Anfang, Hauptteil und Ende.
Oftmals kann man beobachten, dass das Hauptaugenmerk auf den Mittelteil, den ja hier auch benannten Hauptteil gelegt wird. Der Anfang verhungert, auf das Ende wird kein Wert gelegt.
Vielleicht, weil man nicht so viel Zeit damit verbraten möchte? Vielleicht, weil man gedanklich schon im nächsten Move steckt? Vielleicht, weil man in möglichst wenig Zeit möglichst viele Hauptteile packen will?
Man gibt sich im Alltag so selten Raum. Alles muss schnell gehen. Ergebnisse müssen stimmen. Leistung ist, was man in guter Qualität in möglichst kurzer Zeit schafft. Die Ästhetik hat keinen Platz in diesen Erwartungshaltungen. Muss sie auch nicht.
Aber im Tanz, im Studio, in der Zeit, die ein Mensch mit sich und seinem Körper verbringt, da darf man sich Raum und Zeit nehmen. Selbstverständlich Bewegungen zelebrieren, die Größe des eigenen Charakters wahrnehmen, Raum einnehmen.
Vielleicht liegt darin auch ein bisschen das begründet, was als Ästhetik wahrgenommen wird?
(aus dem Buch "Dance Anatomie", Seite 1 - ISBN: 978-3-7679-1046-1)
.....also werde ich nicht versuchen, es zu tun.
Aber vielleicht liegt es genau daran. Tanz ist Hingabe, Tanz ist Gefühl, Tanz ist Charakter, Tanz ist Seele. Kann man Gefühle, Charakter, Hingabe und Seele wissenschaftlich definieren? Vielleicht in Teilen, aber eben nicht im Ganzen.
Technisch perfekter Tanz ohne Seele kickt mich nicht. Seele ohne Technik ist aber auch nicht die Lösung.
Wie kann man also versuchen, die Potentiale der inneren Schönheit in der Kunst- und Ausdrucksform "Tanz" nach außen zu tragen?
Zeit und Raum sind wesentliche Bestandteile für mich. Den Bewegungen Zeit geben, sie zelebrieren, Raum einnehmen, sich groß machen und den Raum, der einem zur Verfügung steht, einnehmen. Nicht zögerlich, nicht bittend, sondern mir einer selbstbewussten Selbstverständlichkeit.
Jede Bewegung verdient die gleiche Aufmerksamkeit. Eine Drehung, ein Climb, ein Lift - ganz egal ob im Hoop oder an der Pole oder im puren Floorwork besteht aus Anfang, Hauptteil und Ende.
Oftmals kann man beobachten, dass das Hauptaugenmerk auf den Mittelteil, den ja hier auch benannten Hauptteil gelegt wird. Der Anfang verhungert, auf das Ende wird kein Wert gelegt.
Vielleicht, weil man nicht so viel Zeit damit verbraten möchte? Vielleicht, weil man gedanklich schon im nächsten Move steckt? Vielleicht, weil man in möglichst wenig Zeit möglichst viele Hauptteile packen will?
Man gibt sich im Alltag so selten Raum. Alles muss schnell gehen. Ergebnisse müssen stimmen. Leistung ist, was man in guter Qualität in möglichst kurzer Zeit schafft. Die Ästhetik hat keinen Platz in diesen Erwartungshaltungen. Muss sie auch nicht.
Aber im Tanz, im Studio, in der Zeit, die ein Mensch mit sich und seinem Körper verbringt, da darf man sich Raum und Zeit nehmen. Selbstverständlich Bewegungen zelebrieren, die Größe des eigenen Charakters wahrnehmen, Raum einnehmen.
Vielleicht liegt darin auch ein bisschen das begründet, was als Ästhetik wahrgenommen wird?
Donnerstag, 18. Januar 2018
Das Like-Leiden
Bemerkenswert!
Nach einigen Jahren der Zielsetzung "Höher, schneller, weiter, verrückter, unmenschlicher" im Polesport, werden nun die Stimmen derer laut, die die menschliche Größe besitzen, Fehler, Misserfolge und falsche Zielsetzungen einzugestehen.
Chronische Schmerzen die in Kauf genommen werden und wurden, nur um noch ein weiteres Bild bei Instagram oder Facebook posten zu können. Der Körper zollt Tribut.
Oftmals habe ich mich selbst gefragt, ob meine Weigerung hier mitzumachen oder mitmachen zu können aus dem "Neid der Besitzlosen" entspringt. Ich kann es nicht. Ich werde es nicht können und ich habe mich oftmals auch geweigert, es meinen Kundinnen beizubringen. Aus Verantwortung. Aus Rücksicht. Mit dem Blick auf die Kosten und möglichen Spätfolgen.
Wenn Kundinnen partout darauf bestanden, die wildesten Figuren ausprobieren zu wollen, habe ich sie vor die Entscheidung gestellt: Ich kann es Dir erklären, ich kann Dir sagen, wie Du in diese Figur kommst. Ich selbst kann sie nicht und ich werde sie auch nicht können. Wenn Du bereit bist für dieses eine Foto einen Bandscheibenvorfall zu riskieren, dann kann ich es Dir zeigen. Entscheide!
Machen wir den Sport aus Liebe und Leidenschaft oder nur, weil wir am chronischen Anerkennungshunger leiden?
Trainerausbildungen bei CrazySports Augsburg - mit Wissen und Verantwortung
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