Wach auf!

"Schlafen ist bequem, aber Erwachen ist interessant."
Hazrat Inayat Khan (1882-1927), indischer Sufi-Meister

Viele Sachverhalte lassen sich metaphorisch gut darstellen. Die durch Worte gemalten Bilder regen die Phantasie an, gestalten Gedanken bunt, füllen sie mit persönlichen Erfahrungen.
Dies hilft beim Erklären von Pole- und Aerial Hoop Tricks, Yoga- und Pilatesübungen und manchmal auch dabei, komplizierte Entwicklungen in leicht verdauliche und verständliche Häppchen zu zerschneiden.

Erklärt man die richtige Haltung für eine Kniebeuge, so kann man sich gut der Methapher der ungepflegten Autobahnraststätten-Toilette bedienen: Die Schüssel treffen aber unter keinen Umständen berühren....
Im Pilates gibt es die "Säge" als Figur, im Yoga sind es die Pflanzen und Tiere, die uns bildlich erklären sollen, wie etwas auszusehen hat. Im Pole benutze ich häufig die Methapher "Stell' Dir vor, du fährst im Auto über Kopfsteinpflaster während Du einen enormen Harndrang hast." Das führt automatisch dazu, dass die Beckenbodenmuskulatur aktiviert wird und die untere Bauchmuskulatur anfängt zu arbeiten.

Das alles fiel mir heute ein, als eine weitere Metapher im Austausch mit einer lieben Freundin entstand. Man hätte die Hoffnung, dass die Leute aufwachen würden. Es wurde die Frage gestellt, ob man die Leute vielleicht nicht aufwecken müsse?

Das ist ein gutes Bild!
Personen können von selbst aufwachen, weil es Zeit ist und der Körper/Geist bereit ist dafür, oder Personen können geweckt werden. Meistens empfinden Personen ein gewaltsames Reißen aus dem Schlaf nicht als unbedingt nett.
Selbst wenn es nötig ist (weil Gefahr droht, weil man sonst etwas Wichtiges verpassen würde oder irgendwohin zu spät kommen würde), ist die erste Reaktion doch meist Ärger und Zorn auf den, der die Person geweckt hat. Möchte man den (ungerechtfertigten, aber verständlichen) Zorn und Ärger nicht auf sich ziehen, so muss man zusehen, wie die Leute schlafen und darauf hoffen, dass sie rechtzeitig selbst aufwachen.

Und wenn Leute schlafen, dann muss man leise sein. Das gebietet die Höflichkeit und der Respekt.

Fotocredit: Pixabay

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