Samstag, 23. März 2019
Realistische Motivation
Keep on moving - Egal auf welchem Level man gerade ist!
„Aber die anderen!“ – Die anderen sind besser, die anderen sind beweglicher, die anderen sind schöner und ich bin schlecht. Wir alle benötigen Anreize und Ziele, es kommt aber immer darauf an, wo man seine Ziele sieht und wie man sich die Ziele setzt. Ziele werden heute auch durch soziale Netzwerke und Fotos und Videos, die in diesen veröffentlicht werden, gesetzt. Sind das dann noch die eigenen Ziele? Und vor allem: Sind es realistische Ziele?
Blickrichtungen
Wir können nicht in die Zukunft sehen und das ist auch ganz gut so.
In Ermangelung des Wissens um das, was da noch kommt, legen wir häufig den Blick auf die Vergangenheit. Auch das kann gut sein, es kann uns aber auch ziemlich frustrieren. Die oben stehende Grafik verdeutlicht, wie sich Training häufig gestaltet. Wir beginnen (meist am Anfang!) und lernen neue Dinge. Es geht mit der Zeit vorwärts und wir freuen uns über unsere Fortschritte und versehen diese in unserem Kopf mit einem grünen Haken. Leider folgt auf ein Hoch (hier mit „Fortschritt“, oder „Glücksgefühl“, oder „Freude“, oder „nail the move“ bezeichnet) naturgemäß meist auch ein Tief („Rückschlag“, „Frust“, „eine Verletzung“, „Zeitmangel“).
In diesem Tiefs geht nicht nur scheinbar nichts mehr vorwärts, nein, oftmals haben wir sogar das Gefühl schlechter zu sein als noch ein paar Wochen/Tage vorher und uns zurück zu entwickeln. Wehmütig gucken wir zurück zum letzten „Hoch“ (Blickrichtung blau!) und fühlen uns auch noch bestätigt! „Ich war schon mal besser!“ – „Es geht nicht vorwärts, sondern rückwärts!“ – „Das hat ja wohl alles keinen Sinn!“. Wenn wir dieses Tief überwinden, dann geht es auch (fast ebenso naturgemäß) wieder aufwärts. Leider wiederholt sich das oben beschriebene Szenario nach (kurzer) Zeit erneut. Jetzt stellt sich die Frage, wie frustrationstolerant wir sind? Wen machen wir für unsere (kurzfristige) Stagnation verantwortlich?
Natürliche Entwicklung oder geringe Frustrationstoleranz?
Sehen wir es als Bestandteil einer natürlichen Entwicklung oder werden wir die Flinte ins Korn, suchen die Schuld beim Trainer und dem Rest der Trainingsgruppe (die ja immer ALLE besser sind)? Wahres Training ist wie eine Ehe: In guten wie in schlechten Zeiten, mit dem Glauben daran, dass es auch wieder besser wird.
Sonntag, 15. Juli 2018
Die Schönheit des Moments
„Wenn Du es eilig hast,
lass’ Dir Zeit.“ – „Arbeite konzentriert.“
Alle diese Aussagen haben ihre Berechtigung und doch
vernachlässigen sie einen wichtigen Aspekt des Weges und der Zeit:
Respekt, Ästhetik und das Auskosten dessen, was gerade
ist.
Kraftreservenökonomie
Was sehr kryptisch klingt,
ist das Ergebnis von Beobachtungen beim Erlernen neuer Moves (an der Pole, im
Hoop, beim Yoga, im Tanz). Vor dem geistigen Auge steht das Ziel des
Endergebnisses. Ziel ist die Figur, der Move, der am Ende klappen soll. Auf dem
Weg dorthin werden somit manchmal wichtige Punkte vernachlässigt oder
vergessen. Das ist ganz selten böse Absicht, sondern vielmehr das Resultat des
Zusammenspiels von Kraftreservenökonomie, Aufregung und mentaler Anspannung.
Anfangs muss man sich die
Kraft einteilen. Und da der Großteil der Kraft für die neue Bewegung zur
Verfügung stehen soll, muss man eben schnell durch die Teilschritte hetzen.
Unsicherheit attackiert Souveränität
Dazu kommt die Anspannung,
die Aufregung: Wird es klappen? Tut diese neue Figur weh? Brauche ich dafür
Fähigkeiten, die ich jetzt noch nicht abschätzen kann: Abwesenheit von Angst,
Flexibilität, Kraft in bestimmten Bereichen des Körpers? Diese Fragen
verursachen Unsicherheit. Unsicherheit führt zum Verlust von Souveränität.
Dieses Phänomen kann aber
auch dazu führen, dass Tricks und Figuren, die Voraussetzungen für andere
Figuren darstellen, auf einmal besser klappen, weil sie gar nicht mehr so sehr
im Fokus der Aufmerksamkeit stehen, sondern mitunter als „notwendiges Übel“ auf
dem Weg zum eigentlichen Ziel gesehen werden.
Wenn Teilschritte zur Selbstverständlichkeit werden
Will man an der Pole
beispielsweise eine Figur üben, deren Voraussetzung der Inside oder Outside Leg
Hang, oder gar der Superman ist, so kann man beobachten, dass auf einmal die
schmerzhaften Druckpunkte und die brennende Haut mental ausklammert. Ähnlich
sieht es im Hoop aus: Lifts und Mounts, kraftraubende und manchmal verhasste
Übel, werden auf dem Weg zur nächsthöheren Figur – im wahrsten Sinne des Wortes
– einfach gemacht.
Manchmal stellt man sogar
fest, dass diese Figuren wie von Zauberhand besser funktionieren und wieder und
wieder trainiert und ausgeführt werden, weil sie auf dem Weg zur Endfigur
einfach sein müssen und eine Prämisse darstellen, an der man nicht vorbei
kommt.
Zwei Seiten
Allerdings gibt es wie bei
fast allen Dingen auch hier zwei Seiten. Die Wertschätzung dessen, was man so
„nebenbei“ macht, kommt zu kurz. Der Respekt für den körperlichen Aufwand
sinkt, was gestern noch als ein hochgestecktes Ziel galt, ist heute einfach nur
ein Muss auf dem Weg zu einem neuen Ziel.
Man entwickelt sich weiter,
Ziele werden höher gesteckt, das Können und die Fertigkeiten nehmen zu.
Und doch ist es den wichtigen
Teilschritten gegenüber unfair. Jeder Schritt auf dem Weg zum Erfolg hat
Respekt und Wertschätzung verdient.
Der Fokus und das Selbstwertgefühl
War man gestern noch stolz
darauf, Figur A (endlich) geschafft zu haben, so scheint sie heute kaum mehr
beachtet zu werden. Sie wurde auf dem Weg zum nächsten Ziel zur Selbstverständlichkeit.
Nicht nur das, was in Zukunft
vielleicht einmal sein kann ist wichtig, sondern auch das, was man schon
erreicht hat, was man sich erarbeitet hat.
Legt man den Fokus nur auf
noch zu erreichende Ziele, so wird man immer mit dem Gefühl der Unzulänglichkeit
zurückgelassen. Und da es zu Beginn des Trainings neuer Figuren normal ist,
dass diese selten auf Anhieb klappen, kann man sich selbst so wunderbar in eine
Spirale der Frustration manövrieren.
Zelebrieren der Teilbewegungen
Tanz entsteht dann, wenn
Bewegungen im gleichmäßigen Fluss spielend ineinander übergehen. Tanz ist an
den Tag gelegtes Rhythmusgefühl des Körpers. Würde sich in einem Musikstück der
Takt und die Schlagzahl, das Tempo und die Geschwindigkeit alle 3 Sekunden
ändern, so würden wir das Zusammenspiel der Töne und Instrumente nicht
unbedingt als gefällig empfinden (außer man steht auf Jazz!).
Ähnlich ist es beim Ablauf
von Bewegungen im Sport.
Every second counts
Raum einnehmen, sich seiner
Größe bewusst sein – das hat nicht nur etwas mit der räumlichen Komponente zu
tun, sondern auch mit der zeitlichen. Je mehr man auch die notwendigen
Teilbewegungen zu schätzen lernt, umso ästhetischer, sauberer und genauer wird
man sie ausführen. Und dann ist es auf einmal auch nicht mehr schlimm, wenn man
das Endergebnis nicht (immer) erreicht.
Das Einnehmen der
Grundhaltung, die tänzerisch notwendige Größe und Anspannung, die Vorbereitung
des Körpers auf das, was da als nächstes kommt, ist schön! Je sauberer die
Teilschritte ausgeführt werden, umso wahrscheinlicher ist es, dass man auch das
Ziel erreichen wird.
Ein Foto für jede Sekunde
Im Unterricht sage ich oft,
man möge sich im Spiegel betrachten. Dann, wenn man das Gefühl hat, ein
außenstehender Beobachter könnte zu jeder Zeit ein Foto machen und das Ergebnis
wäre nicht schlecht, sondern würde die Passion, die Leidenschaft, die
Sauberkeit, die Ästhetik zeigen die der Sport und die Person in sich trägt,
dann hat man den notwendigen Respekt für die Teilschritte walten lassen.
If you stumble, make it part of the dance
Und wenn man dies zum
Grundsatz hat werden lassen, so kann man auch in scheinbar „missglückten“
Versuchen etwas Schönes sehen. Dann fällt niemandem auf, dass man eigentlich ein
anderes Ziel vor Augen hatte, als man die Teilschritte auf dem Weg zum
antizipierten Endergebnis ausgeführt hat. Denn dann ist jede Bewegung für sich
so schön, so klar und so souverän, dass es fast schon egal ist, was man „eigentlich“
erreichen wollte.
Samstag, 9. Juni 2018
Platz für das eigene kleine Königreich
![]() |
| Foto: pixabay |
Personen, die sich
in den Vordergrund drängen, sich mit fremden Federn schmücken, übertreiben,
sich zu viel Raum nehmen, arrogant sind....
Zugegeben, das mag
niemand gerne.
Im Auge des Betrachters
Dabei liegt aber
alles im Auge des Betrachters. Manche Personen sind schon der Meinung, Selbstdarstellung
wäre absolut gleichbedeutend mit den oben beschriebenen Verhaltensweisen. Das
Wort „Selbstdarstellung“ ist so negativ behaftet, dass es schon wie eine
Beleidigung und ein Schimpfwort verwendet wird. In einigen Kreisen ist es sogar
ein institutionalisierter Begriff.
Selbstdarstellung
Die oben
beschriebenen Verhaltensweisen haben aber im Grunde nichts mit einer
Selbstdarstellung zu tun. Was ist ein Lebenslauf? Ja, eine Selbstdarstellung.
Was ist die Wahl des bevorzugten Kleidungsstückes. Ja, eine Selbstdarstellung.
Was ist das Erzählen dessen, was einen zu der Person gemacht hat, die man heute
ist? Ja, eine Selbstdarstellung.
Und wer könnte das
besser als die Person, die eben ihr Leben lebt? Wenn alles faktisch belegbar
ist, wenn alles zueinander passt, wenn sich die Mosaiksteine fügen und ein
authentisches Gesamtbild ergeben, dann ist gegen Selbstdarstellung nichts
einzuwenden.
Wer kein klares Bild
von sich zeichnen und entwerfen kann, darf nicht erwarten, dass die Umwelt sich
eines machen kann.
Nicht Fisch, nicht Fleisch!
Nicht Fisch, nicht
Fleisch! Gut, ist heutzutage auch kein Problem mehr, wo es doch sowieso immer
mehr Veganer und Vegetarier gibt.
Bitte keine
schillernden Persönlichkeiten, man tappt dann doch lieber im Dunkeln. Ein
Grottenolm kann eben mit einem Pfau wenig anfangen. Muss er auch nicht. Beide
haben ihre Berechtigung. Aber der Grottenolm sollte dem Pfau nicht die Federn
ausreißen wollen...
Selbstdarstellung
ist allerdings etwas ganz Natürliches und Notwendiges, was einem manche
Menschen absprechen wollen. Sie beschränken die eigene Identität bzw. die
Darstellung derer.
Erzähle mir, wer Du
bist, aber erzähle nicht zu viel, auch wenn es stimmt!
Selbstdarstellung
bedeutet, dass man eine klare Vorstellung von sich als Person hat und auch
weiß, wie man gerne wahrgenommen werden wollen würde. Ob das dann immer so
klappt, ist fraglich und kommt auf die Interaktionspartner an. Grundsätzlich ist
gegen diesen Wunsch nichts einzuwenden.
Eigentlich.
Sprache, Mimik,
Gestik, Kleidungsstil, Humor, Stil und Vorlieben, all dass gehört zu einer
Person und zeichnet ein Bild von ihr. Je farbiger, desto besser. Aber manche
Menschen bevorzugen grau, vor allem bei anderen Personen. (Nicht falsch
verstehen, ich liebe die Farbe Grau!)
Selbstdarstellung ist notwendig
Ohne
Selbstdarstellung geht es nicht. Ein Bäcker, der nicht auf die besondere
Qualität seiner Backwaren hinweist, betreibt schlechtes Marketing, ein
Autoverkäufer, der potentielle Kunden das Auto vorführt indem er sagt: „Ja mei,
es ist ein Auto. Es kostet Geld. Es fährt. Was soll ich sonst dazu sagen?“ –
wäre wohl nicht mehr lange beim Arbeitgeber? Das alles scheint uns
verständlich.
Dieses Verständnis
hört auf, sobald es um die eigene Person geht.
Erving Goffmann
beschreibt in seinem Buch „Wir alle spielen Theater“ unter anderem auch die
tägliche Inszenierung. Dabei erkennt und beschreibt er einen wesentlichen
Unterschied. Ein Zuschauer erwartet und weiß, dass ihm oder ihr auf der Bühne
Dinge vorgespielt und vorgetäuscht werden und wäre (mit Recht) bitter
enttäuscht, wenn die Protagonisten ihren Job schlecht oder gar nicht machen
würden.
Im Leben versuchen
wir Dinge darzustellen, die echt sind. Dann sind wir Selbstdarsteller (noch
keine Angeber, noch keine Aufschneider, noch keine Hochstapler).
Zugeschriebene Rollenkompetenz
In den
soziologischen Rollentheorien (ich bin im Moment zu faul den entsprechenden
Wissenschaftler rauszusuchen – war es Talcott Parson?) sagt man, zugeschriebene
Rollenkompetenz wirke identitätsstiftend.
Bedeutet so viel
wie: Wenn mir jemand glaubt, dass ich das, was ich tue auch kann, dann bestärkt
mich das.
Umgekehrt wird
leider auch ein (häufig sehr beleidigender und drückender) Schuh daraus: Nimmt
sich eine Person oder eine Institution oder eine Gruppe von Personen heraus, einer
Person das, was sie kann und was sie tut, abzusprechen, es als irrelevant und
nichtig hinzustellen, so wird somit auch die eigene Identität in Frage
gestellt. Gerade wenn es nicht Staubkörner im Selbstbild, sondern Meilensteine
im Leben sind, kann man diese der anderen Personen nicht absprechen oder als
nichtig abtun.
Raum einnehmen (dürfen)
Zweifel dürfen
aufkommen, gesundes Misstrauen ist gut. Wie sagt man schon so schön: „Vertrauen
ist gut, Kontrolle ist besser.“ – Lässt sich die bezweifelte Person dann
allerdings mit sämtlichen Wassern aller Kontrollmechanismen waschen und löst
sich dabei nicht wie ein Stück Würfelzucker auf, dann sollte man der Person
ihre Identität auch zugestehen.
Alles andere wäre
arrogant und anmaßend. Und zwar nicht von der Person, die sich selbst
darstellt....
In meiner Tätigkeit
als Trainerin spreche ich oft vom „Raum einnehmen“ – dabei gilt dies sowohl in
Vorbereitungen für freie Reden, als auch beim Tanzen und bei der Körpersprache.
Jeder Mensch sollte Raum einnehmen können. So lange er diesen Raum mit Leben
füllt und dabei niemand anderen ein- oder beschränkt, hat jede Person Anrecht
auf ihr eigenes kleines Königreich.
Verweigert man dies,
kann man keine Einschätzungsobjektivität für sich beanspruchen, Neutralität und
Offenheit schon gleich dreimal nicht. Erzähle mir, wie Du den Kuchen backst,
aber erzähle mir nichts von den Zutaten!
Donnerstag, 10. Mai 2018
Wach auf!
"Schlafen ist bequem, aber Erwachen ist interessant."
Hazrat Inayat Khan (1882-1927), indischer Sufi-Meister
Hazrat Inayat Khan (1882-1927), indischer Sufi-Meister
Viele Sachverhalte lassen sich metaphorisch gut darstellen. Die durch Worte gemalten Bilder regen die Phantasie an, gestalten Gedanken bunt, füllen sie mit persönlichen Erfahrungen.
Dies hilft beim Erklären von Pole- und Aerial Hoop Tricks, Yoga- und Pilatesübungen und manchmal auch dabei, komplizierte Entwicklungen in leicht verdauliche und verständliche Häppchen zu zerschneiden.
Erklärt man die richtige Haltung für eine Kniebeuge, so kann man sich gut der Methapher der ungepflegten Autobahnraststätten-Toilette bedienen: Die Schüssel treffen aber unter keinen Umständen berühren....
Im Pilates gibt es die "Säge" als Figur, im Yoga sind es die Pflanzen und Tiere, die uns bildlich erklären sollen, wie etwas auszusehen hat. Im Pole benutze ich häufig die Methapher "Stell' Dir vor, du fährst im Auto über Kopfsteinpflaster während Du einen enormen Harndrang hast." Das führt automatisch dazu, dass die Beckenbodenmuskulatur aktiviert wird und die untere Bauchmuskulatur anfängt zu arbeiten.
Das alles fiel mir heute ein, als eine weitere Metapher im Austausch mit einer lieben Freundin entstand. Man hätte die Hoffnung, dass die Leute aufwachen würden. Es wurde die Frage gestellt, ob man die Leute vielleicht nicht aufwecken müsse?
Das ist ein gutes Bild!
Personen können von selbst aufwachen, weil es Zeit ist und der Körper/Geist bereit ist dafür, oder Personen können geweckt werden. Meistens empfinden Personen ein gewaltsames Reißen aus dem Schlaf nicht als unbedingt nett.
Selbst wenn es nötig ist (weil Gefahr droht, weil man sonst etwas Wichtiges verpassen würde oder irgendwohin zu spät kommen würde), ist die erste Reaktion doch meist Ärger und Zorn auf den, der die Person geweckt hat. Möchte man den (ungerechtfertigten, aber verständlichen) Zorn und Ärger nicht auf sich ziehen, so muss man zusehen, wie die Leute schlafen und darauf hoffen, dass sie rechtzeitig selbst aufwachen.
Und wenn Leute schlafen, dann muss man leise sein. Das gebietet die Höflichkeit und der Respekt.
Fotocredit: Pixabay
Sonntag, 22. April 2018
Yoga ist ja nur Entspannung....
"Nee, Yoga ist nix für mich! Weißt Du, ich bin nicht so der Typ der im Kreis sitzt und "om" sagt."
In 9 von 10 Fällen hört man diesen Satz, wenn man die Frage beantwortet, was der Kunde/Interessent - die Kundin/Interessentin denn noch so tun könnte, um gleichzeitig Kraft und Flexibilität zu verbessern und man daraufhin "Yoga" empfiehlt.
Donnerstag, 15. Februar 2018
Ästhetik und Tanz
"Die Ästhetik der Kunstform Tanz lässt sich durch wissenschaftliche Untersuchungen nicht erklären."
(aus dem Buch "Dance Anatomie", Seite 1 - ISBN: 978-3-7679-1046-1)
.....also werde ich nicht versuchen, es zu tun.
Aber vielleicht liegt es genau daran. Tanz ist Hingabe, Tanz ist Gefühl, Tanz ist Charakter, Tanz ist Seele. Kann man Gefühle, Charakter, Hingabe und Seele wissenschaftlich definieren? Vielleicht in Teilen, aber eben nicht im Ganzen.
Technisch perfekter Tanz ohne Seele kickt mich nicht. Seele ohne Technik ist aber auch nicht die Lösung.
Wie kann man also versuchen, die Potentiale der inneren Schönheit in der Kunst- und Ausdrucksform "Tanz" nach außen zu tragen?
Zeit und Raum sind wesentliche Bestandteile für mich. Den Bewegungen Zeit geben, sie zelebrieren, Raum einnehmen, sich groß machen und den Raum, der einem zur Verfügung steht, einnehmen. Nicht zögerlich, nicht bittend, sondern mir einer selbstbewussten Selbstverständlichkeit.
Jede Bewegung verdient die gleiche Aufmerksamkeit. Eine Drehung, ein Climb, ein Lift - ganz egal ob im Hoop oder an der Pole oder im puren Floorwork besteht aus Anfang, Hauptteil und Ende.
Oftmals kann man beobachten, dass das Hauptaugenmerk auf den Mittelteil, den ja hier auch benannten Hauptteil gelegt wird. Der Anfang verhungert, auf das Ende wird kein Wert gelegt.
Vielleicht, weil man nicht so viel Zeit damit verbraten möchte? Vielleicht, weil man gedanklich schon im nächsten Move steckt? Vielleicht, weil man in möglichst wenig Zeit möglichst viele Hauptteile packen will?
Man gibt sich im Alltag so selten Raum. Alles muss schnell gehen. Ergebnisse müssen stimmen. Leistung ist, was man in guter Qualität in möglichst kurzer Zeit schafft. Die Ästhetik hat keinen Platz in diesen Erwartungshaltungen. Muss sie auch nicht.
Aber im Tanz, im Studio, in der Zeit, die ein Mensch mit sich und seinem Körper verbringt, da darf man sich Raum und Zeit nehmen. Selbstverständlich Bewegungen zelebrieren, die Größe des eigenen Charakters wahrnehmen, Raum einnehmen.
Vielleicht liegt darin auch ein bisschen das begründet, was als Ästhetik wahrgenommen wird?
(aus dem Buch "Dance Anatomie", Seite 1 - ISBN: 978-3-7679-1046-1)
.....also werde ich nicht versuchen, es zu tun.
Aber vielleicht liegt es genau daran. Tanz ist Hingabe, Tanz ist Gefühl, Tanz ist Charakter, Tanz ist Seele. Kann man Gefühle, Charakter, Hingabe und Seele wissenschaftlich definieren? Vielleicht in Teilen, aber eben nicht im Ganzen.
Technisch perfekter Tanz ohne Seele kickt mich nicht. Seele ohne Technik ist aber auch nicht die Lösung.
Wie kann man also versuchen, die Potentiale der inneren Schönheit in der Kunst- und Ausdrucksform "Tanz" nach außen zu tragen?
Zeit und Raum sind wesentliche Bestandteile für mich. Den Bewegungen Zeit geben, sie zelebrieren, Raum einnehmen, sich groß machen und den Raum, der einem zur Verfügung steht, einnehmen. Nicht zögerlich, nicht bittend, sondern mir einer selbstbewussten Selbstverständlichkeit.
Jede Bewegung verdient die gleiche Aufmerksamkeit. Eine Drehung, ein Climb, ein Lift - ganz egal ob im Hoop oder an der Pole oder im puren Floorwork besteht aus Anfang, Hauptteil und Ende.
Oftmals kann man beobachten, dass das Hauptaugenmerk auf den Mittelteil, den ja hier auch benannten Hauptteil gelegt wird. Der Anfang verhungert, auf das Ende wird kein Wert gelegt.
Vielleicht, weil man nicht so viel Zeit damit verbraten möchte? Vielleicht, weil man gedanklich schon im nächsten Move steckt? Vielleicht, weil man in möglichst wenig Zeit möglichst viele Hauptteile packen will?
Man gibt sich im Alltag so selten Raum. Alles muss schnell gehen. Ergebnisse müssen stimmen. Leistung ist, was man in guter Qualität in möglichst kurzer Zeit schafft. Die Ästhetik hat keinen Platz in diesen Erwartungshaltungen. Muss sie auch nicht.
Aber im Tanz, im Studio, in der Zeit, die ein Mensch mit sich und seinem Körper verbringt, da darf man sich Raum und Zeit nehmen. Selbstverständlich Bewegungen zelebrieren, die Größe des eigenen Charakters wahrnehmen, Raum einnehmen.
Vielleicht liegt darin auch ein bisschen das begründet, was als Ästhetik wahrgenommen wird?
Donnerstag, 18. Januar 2018
Das Like-Leiden
Bemerkenswert!
Nach einigen Jahren der Zielsetzung "Höher, schneller, weiter, verrückter, unmenschlicher" im Polesport, werden nun die Stimmen derer laut, die die menschliche Größe besitzen, Fehler, Misserfolge und falsche Zielsetzungen einzugestehen.
Chronische Schmerzen die in Kauf genommen werden und wurden, nur um noch ein weiteres Bild bei Instagram oder Facebook posten zu können. Der Körper zollt Tribut.
Oftmals habe ich mich selbst gefragt, ob meine Weigerung hier mitzumachen oder mitmachen zu können aus dem "Neid der Besitzlosen" entspringt. Ich kann es nicht. Ich werde es nicht können und ich habe mich oftmals auch geweigert, es meinen Kundinnen beizubringen. Aus Verantwortung. Aus Rücksicht. Mit dem Blick auf die Kosten und möglichen Spätfolgen.
Wenn Kundinnen partout darauf bestanden, die wildesten Figuren ausprobieren zu wollen, habe ich sie vor die Entscheidung gestellt: Ich kann es Dir erklären, ich kann Dir sagen, wie Du in diese Figur kommst. Ich selbst kann sie nicht und ich werde sie auch nicht können. Wenn Du bereit bist für dieses eine Foto einen Bandscheibenvorfall zu riskieren, dann kann ich es Dir zeigen. Entscheide!
Machen wir den Sport aus Liebe und Leidenschaft oder nur, weil wir am chronischen Anerkennungshunger leiden?
Trainerausbildungen bei CrazySports Augsburg - mit Wissen und Verantwortung
Samstag, 16. Dezember 2017
Höher, schneller, weiter - damit die Meister vom Himmel fallen
Trainerausbildungen
warum?
Ein Trainer muss weit mehr beherrschen als die Kompetenz der sportlichen Materie. Das gilt in jeder Sportart, so auch für Poledance und Aerial Hoop. Mittlerweile gibt es zahlreiche Trainerausbildungen. Sie differieren in ihrer Länge und den Inhalten und letztlich muss jeder angehende Trainer selbst entscheiden, welche Ausbildung ihr oder ihm am ehesten zusagt. Oftmals sind es natürlich auch finanzielle Gründe, die eine Person zur einen oder anderen Ausbildung und deren Anbieter tendieren lassen, doch sollten diese Gründe für einen angehenden verantwortungsbewussten Trainer oder eine Trainerin nicht ausschließlich entscheidungsweisend sein.
Ein Trainer muss weit mehr beherrschen als die Kompetenz der sportlichen Materie. Das gilt in jeder Sportart, so auch für Poledance und Aerial Hoop. Mittlerweile gibt es zahlreiche Trainerausbildungen. Sie differieren in ihrer Länge und den Inhalten und letztlich muss jeder angehende Trainer selbst entscheiden, welche Ausbildung ihr oder ihm am ehesten zusagt. Oftmals sind es natürlich auch finanzielle Gründe, die eine Person zur einen oder anderen Ausbildung und deren Anbieter tendieren lassen, doch sollten diese Gründe für einen angehenden verantwortungsbewussten Trainer oder eine Trainerin nicht ausschließlich entscheidungsweisend sein.
In einer Trainerausbildung lernt man
weniger neue sportliche Kompetenzen denn vielmehr den Umgang mit den
Teilnehmern und Teilnehmerinnen, die didaktischen Grundlagen des richtigen
Erklärens und den psychologischen Umgang mit unterschiedlichen Charakteren.
Ebenso wird auf die Themengebiete „Hilfestellung“, „Präsenz des Trainers“,
„natürliche Autorität“, „Trainerpersönlichkeit“, „Umgang mit Unfällen und
Verletzungen“, „Warm-up und Cool-Down“ eingegangen.
Ein Trainer übernimmt in gewisser Weise
für seine Teilnehmer und Teilnehmerinnen Verantwortung während diese sich in
seiner oder ihrer Kurseinheit befinden. Auf diese Aufgabe heißt es vorbereitet
zu sein.
Kurz und knackig
Nein, ich meine nicht die Klamotten, ich beziehe mich auf die Länge der Ausbildungen. Im Grunde lernt man das Lehren erst mit vielen Jahren der Erfahrung, aber jeder fängt einmal an.
Das Fundament welches für und in den neuen Trainer oder die neue Trainerin gelegt werden soll, muss gut sein.
Der Bauplatz sicher gewählt. Aus diesem Grunde überprüfen wir VORHER die Voraussetzungen.
Arrogante Ziefer
Ja, das mag einigen arrogant erscheinen, dass man sich da als Ausbildungsanbieter die Freiheit und Entscheidungsbefugnis herausnimmt, zu urteilen, wen man überhaupt zur Ausbildung zulässt und wen nicht.
Ein Trainer oder eine Trainerin muss Vorbild für die teilnehmenden Personen sein. Immer. Jeden verdammten Tag. Ob mit Regelbeschwerden oder kalten Füßen, privaten Problemen oder Geldsorgen. Ganz egal. Das hat die Kunden nicht zu interessieren. Ein Trainer muss bereit sein 150% zu geben. Immer.
Sind die Grundvoraussetzungen nicht gegeben, so bringen 2 Tage Ausbildung auch nix.
Erkenntnis: Ich bin zu blöd zum Lernen
Nun gut, wir sprechen ja nicht von 2 Tagen sondern von 3 bzw. 4 Tagen. Und das pro Level.
Ich frage mich ernsthaft wie man binnen 2 Tagen, 16 Zeitstunden (inkl. Prüfung), knapp unter 100 Figuren für Anfänger UND Fortgeschrittene lernen und dabei noch die theoretischen Grundlagen der Studioreinrichtung, der Anatomie, des Class-Managements, die richtige Hilfestellung, Kombinationen und Transitions, Warm-up, Cool-Down etc. aufnehmen können soll? Irgendetwas muss ich grundlegend falsch machen, denn ich kann weder selbst so schnell lernen, noch so schnell lehren und 40 Figuren an einem Tag, das schaffe ich auch nicht. Weder diese selbst zu machen, noch zu erklären, wie jemand anderes diese unterrichten können sollte....
Doppelt so lang - doppelt so teuer
Wer billig kauft, kauft doppelt. Leider ist diese Erkenntnis auf den Ausbildungsbereich für Trainer nicht ganz anzuwenden. Hier gilt: Hauptsache ein Blatt Papier, welches mir sagt, dass ich Trainer, Professor, Experte, Allwissender oder sonst was bin. Unsere Trainerausbildungen sind doppelt so lang und doppelt so teuer - shame on me!
Skrupellos
Wenn ich so skrupellos wäre, dann würde ich es gleich anders machen: Ein Blatt Papier für 500€, anwesend müsst ihr gar nicht mehr sein.
Nee, geht leider nicht und vorher wollen wir auch wissen, ob ihr Euch schon mal mit der Materie auseinandergesetzt habt. Die einen nennen es arrogant, die anderen nennen es Verantwortungsbewusstsein.
Werbung
www.crazy-sports-augsburg.com/trainerausbildung
www.crazy-sports-augsburg.com/trainerausbildung
Kaffee
Diese Gedanken mussten erstmal zu Papier gebracht werden, VOR dem Kaffee.
Wer also Tippfehler findet, der darf sie behalten oder mich darauf hinweisen. Guten Morgen.
Dienstag, 30. Mai 2017
Events – Ereignisse und wie sie uns beeinflussen....
Dieser Beitrag gehört
in die Kategorie: „Entspricht nicht den Wünschen der anderen Seite, ist aber
schon geschrieben.“ – also landet der Artikel jetzt im Blog.
Events:
Heutzutage ist ja
schon ein Kindergeburtstag ein Event. Irgendwie scheint überall die
Aufforderung inne zu liegen „Man amüsiere mich und zerstreue mich.“ Und wenn
man da mithalten möchte, dann muss man ganz schön was bieten, sei es wenn man
als Show-Act für ein Event angefragt wird, oder aber auch wenn man selbst ein
Event organisieren will.
Es kommt nicht darauf an, was Dir passiert – es kommt
darauf an, was Du daraus machst
Event ist neudeutsch (also
Englisch) und bedeutet eigentlich nur Ereignis. Ein Ereignis ist für uns schon
jedes Training, jeder Workshop, jedes Tanzen mit oder ohne Choreographie. Wir
hängen dem Sport an und nach, weil er uns begeistert, weil er das Highlight der
Woche oder des Tages darstellt, weil er ein Ereignis darstellt. Manche
Ereignisse verlaufen genauso, wie wir sie uns vorgestellt haben (tolle
Trainingseinheiten mit guten Grip und einer Liste von Figuren, die alle
geklappt haben), manche Ereignisse laufen überhaupt nicht so, wie wir uns das
erträumt haben. Der „return of investment“ lässt dann sehr zu wünschen übrig.
Im Training kennen wir das. Figuren, die schon mal geklappt haben und genau
heute überhaupt nicht gehen wollen. Kraftlosigkeit, kein Grip. Oder wir gehen
zu einem Workshop und sind hinterher enttäuscht, weil wir nicht das bekommen
haben, was wir uns vorgestellt haben.
Die Vorstellungen leiten uns,
auch wenn wir sie uns nur selten bewusst machen. Die Wünsche und Hoffnungen –
ob realistisch oder unrealistisch - malen in unserem Vorbewusstsein ein Bild
dessen, was wir von einem Event erwarten. Werden die Erwartungen nicht erfüllt,
sind wir enttäuscht. Und nicht immer gehen wir den nächsten Schritt uns zu
fragen, ob es am Event oder an unseren Vorstellungen gelegen hat.
Sehr häufig ist es eine
Mixtur von beiden Punkten, manchmal aber auch schlicht
Verantwortungsverschiebung. Wie die Person, die in ein Restaurant mit dem Namen
„Schlachthof“ geht und sich über die mangelnde Auswahl veganer Speisen
beschwert.
Aber wir können unsere
Enttäuschungen betrachten, wir können wachsen, wir können Ehrgeiz entwickeln.
Wenn wir beispielsweise nach einem Trainings-Event nicht nur sauer sind, weil
nichts geklappt hat, sondern analysieren, woran es gelegen haben kann. Wenn man
sich einbildet, nach 5 Stunden kraftraubendem Training am Vortag am nächsten
Tag das Iron-X besonders schön und lange halten zu können, dann liegt das weder
am Trainer, noch am Studio, noch am Wetter wenn es nicht klappt.
Und so ist das auch mit
Events. Wenn man selbst nicht bereit ist, abzuschalten und sich dem Event
hinzugeben, dann kann sich ein Veranstalter mit dem besten Showprogramm noch so
ins Zeug legen, wir werden es nicht genießen können. Auf der anderen Seite sind
wir, wenn wir als Showact gebucht werden, auch nicht dafür verantwortlich, die
Stimmung eines ganzen Events „rumzureißen“.
Nettes Beiwerk
Als Poletänzer kennt man die
Anfragen, ein Event als nettes Beiwerk zu schmücken. Der Veranstalter möchte die
Gäste begeistern, ihnen eine Show bieten, die den Atem stocken lässt. Meist
möchte der Veranstalter eine Auflockerung des Abendprogramms, eine
faszinierende Show, die den Gästen Gänsehaut bereiten soll, ein nettes Beiwerk
zum eigentlichen Hauptevent. Man dürfe auch gerne Flyer auslegen, man würde ja
so auf sich aufmerksam machen können. Die Show müsse auch nicht allzu lang
sein, 30 Minuten würden vollkommen ausreichen...
Nicht selten reduzieren wir
zunächst die Zeit und sagen dann „ja“, weil wir es lieben zu tanzen, weil in
denen, die sich auf eine Bühne stellen immer eine kleine Rampensau versteckt
ist, weil wir (teilweise vielleicht sogar missionarisch) darstellen möchten,
was Pole Dance (wirklich) ist, weil wir damit eine neue Zielgruppe erreichen,
weil wir andere Gründe finden.
Prinzipiell ist es toll, dass
wir uns alle so oft so schnell breitschlagen lassen, das Event einer anderen
Person (für lau) zu pimpen. Würden wir nicht lieben, was wir tun, dann hätten
wir für derartige Anfragen nur ein müdes Lächeln übrig.
Was uns also dazu treibt, bei
Events als Showact dabei sein zu wollen, ist die Leidenschaft, mit der wir
unseren Sport betreiben (gemixt mit einer guten Portion
Selbstdarstellungsneigung).
Wenn wir erwarten, dass uns
dann die uneingeschränkte Aufmerksamkeit gilt, können wir mitunter schon
enttäuscht werden. Wenn wir erwarten, dass nach unserem Showauftritt alle Gäste
Poledance lernen wollen, auch.
Wenn wir uns freuen, dass uns
jemand auf der Bühne haben will und meint, das könnte eine Bereicherung für
sein Event sein, wenn wir vielleicht sogar das Outfit und die Musik
mitbestimmen können und uns für einen Auftritt nicht kaputt machen, dann können
wir selbst das Event genießen.
Menschen begeistern
Events sind Ereignisse, die
Menschen begeistern sollen. Das Firmenjubiläum darf hier ebenso genannt werden
wie die goldene Hochzeit der Verwandtschaft, die Taufe eines Säuglings, das
Polecamp oder ein Poledancewettkampf oder Showabend. Auf der einen Seite stehen
Menschen, die an das glauben, was sie ausrichten, die jemandem etwas bieten
wollen, die ihre eigene Begeisterung mit jemanden teilen möchten und auf der
anderen Seite stehen die Konsumenten.
Wir konsumieren Ereignisse.
Geschuldet der Überflussgesellschaft stellt aber selten die Aussicht auf ein
gutes Essen mit 3 Gängen schon allein das Highlight der letzten Monate dar.
Übertragen auf den
Polebereich können wir Parallelen zu dieser Entwicklung finden. Ein Wettkampf
jagt den nächsten, man könnte mittlerweile fast das ganze Jahr Urlaub in
diversen Polecamps machen, Workshops mit hochkarätigen Pole-Größen gibt es auch
zu Hauf an jedem Wochenende.
Man wird schon fast
gezwungen, etwas noch Ausgefalleneres zu bieten, wenn man sich im Wirrwarr der
ganzen Angebote einen bleibenden Namen machen will. Den gewählten Methoden sind
dabei fast keine Grenzen gesetzt:
· Einfach teurer machen, denn was teuer ist, ist immer
gut.
· Keine Jugendherberge für das Polecamp wählen, sondern
ein 5 Sterne Hotel.
· Beim Showauftritt die Kostüme noch ein wenig knapper
werden lassen bzw. die High Heels noch ein wenig höher.
· Die Liste der Tricks, die in einem Workshop gelehrt
werden, noch halsbrecherischer aussehen lassen...
· Höher, schneller, weiter...
Stimmungen planen
Vordergründig nachvollziehbar
und nicht selten von Erfolg gekrönt. Sich aus diesem Sog zu befreien ist nicht
leicht. Wer heute schon einmal einen „normalen“ Kindergeburtstag ausgerichtet
hat, mit Topfschlagen als Spiel und Würstchen mit Pommes zum Essen, der weiß,
was ich meine.
Wie kann man denn
garantieren, dass es den Konsumenten gefallen wird? Wie kann man sicherstellen,
dass das Event zum positiven Marketingmagnet wird? Wie stellt man sicher, dass
es im Nachgang nur gute Mundpropaganda geben wird? Wie berechnet man für sich
den „return of investment“?
Ein Event lebt von beiden
Seiten. Nur, wenn man daran denkt, wie es der anderen Seite gehen könnte, wie
sie es empfinden könnten (die Konsumenten, die Gäste, die Teilnehmer selbst,
die Showacts, alle Personen, die eben NICHT Ausrichter sind), kann man
versuchen, Stimmungen abzuschätzen.
Stimmungen planen wird nicht
funktionieren.
Everybodys Darling
Aber wir wollen es doch jedem
recht machen. Ob nun als Showact bei einer Firmenfeier, als Ausrichter eines
Polecamps, als Familie, die die Taufe ihres Nachkömmlings ausrichtet, als
Firmeninhaber, der voller Stolz mit Kunden und Mitarbeitern sein Jubiläum
feiert, als Studiobesitzer, der mit Pole-Größen Workshops organisiert oder als
Eventmanager.
Keiner soll ein schlechtes
Wort verlieren. Alle sollen sich wohl fühlen. Jeder soll sich gut betreut
fühlen, die Gäste und alle Mitwirkenden sollen fühlen und spüren, dass man
weiß, dass ein gutes Event auch an der Stimmung aller anderen festgemacht
werden wird.
Man wird es nicht schaffen.
Hierzu ein paar kleine Anekdoten vom CrazyPole Battle:
· Da fragt im Vorfeld die Reporterin einer Zeitung, ob
man den Tänzern und Tänzerinnen nicht per Saalansage mitteilen könne, dass sie
in ihrer Performance doch mal stillhalten können, weil sie sonst so schlecht Fotos
machen könne.
· Da bemängelt eine Zuschauerin, dass die Damen keine
Blumen bekommen hätten (wir hatten noch daran gedacht, aber Blumen sind nur
sehr schwer heil nach Hause zu bekommen, immerhin hatten ja doch viele
Wettkampfteilnehmer einen nicht unerheblichen Heimweg vor sich.)
· Da ist einer Person, der ergatterte Parkplatz nicht
nah genug.
· Da dauert es den Leuten zu lange, bis sie was zu essen
bekommen.
· Da mögen einige weder Bananen noch Äpfel und trinken
auch kein Wasser (mehr hatten wir für die Teilnehmer nicht kostenlos zur
Verfügung gestellt).
· u.v.m.
Große Ereignisse werfen ihre Magenschmerzen voraus
Den letzten rotierenden
Arbeitsmodus in dieser Art hatte ich, als wir das Buch „Poledance Passion“
fertigstellt haben, dann wieder vor Eröffnung meines eigenen Studios und jetzt
wieder beim Battle. Schlaf wird generell überwertet. Listen kann man nie genug
schreiben und das nächtliche Hochschrecken mit dem panikartigen Gedanken, dass
man etwas unheimlich Wichtiges vergessen hätte, wird zur Gewohnheit. Das geht
nicht lange gut und ist bestimmt auch kein gesunder Arbeitsmodus.
Und so kam, was kommen
musste: Das Lampenfieber, welches sich bei mir immer mit Übelkeit und
Magenkrämpfen bemerkbar macht, war eben schon ca. 1,5 Wochen vorher permanent
da.
Die Symbiose aus Bühne, Backstage und Publikum
Bei Events ist es immer
wichtig, dass der Veranstalter nie aus den Augen verliert, dass er zwar für den
Rahmen verantwortlich ist, aber dass die Stimmung von den Personen auf der
Bühne nicht unerheblich mitgestaltet wird, dass Backstage alles reibungslos
laufen muss und dass das Publikum eine wahnsinnig machtvolle Position hat.
Fehlt es, dann kann alles noch so gut vorbereitet sein, dann kann sich der
Veranstalter auf den Kopf stelle und mit den Füßen wackeln (okay – bei einer
Pole-Veranstaltung passiert das ja vielleicht tatsächlich), aber dann nutzt
auch die Liste Nummer 593 und die beste Vorbereitung nichts.
Once again please
Jack Welch bezeichnete sich
einmal selbst als bester Manager der Welt. Als man ihn fragte, was denn das
Wichtigste bzw. mit das Wichtigste an seinem Beruf wäre, meinte er nur:
„Standing in front of the crowds, repeating yourself over and over all the
times.“
Nun, abgesehen davon, dass
ich mich nie als Beste in irgend etwas bezeichnen würde, hat man mit einem
Event schon mal kurzfristig den Job eines Eventmanagers und ein wenig muss ich
Jack Welch schon Recht geben. Immer und immer wieder beantwortet man die
gleichen Fragen. Sogar wenn die anderen Fragesteller sich neben der Person
befinden, die gerade im Moment die absolut gleiche Frage gestellt hat und auch
beantwortet bekommen hat, heißt das noch lange nicht, dass man nicht im
nächsten Moment die gleiche Frage nochmals beantworten muss.
Geduld und Ruhe
Und es ist manchmal eine
wirkliche Geduldslehrstunde. Jeder stellt für sich die Frage ja nur einmal. Die
Aufregung führt dazu, dass man nicht mehr so gut zuhört und man hat es
vielleicht wirklich nicht mitbekommen, dass die Frage schon 3 mal beantwortet
wurde.
Ich bin – zumindest hat mir das
meine Mutter immer vorgeworfen – ein ungeduldiger Mensch. Schlechte Karten für
den Job eines Event-Managers. Geduld, Ruhe, ein Lächeln, immer für jeden da
sein. Das ist wirklich eine Herausforderung, die einen so fesselt, dass ich es
beispielsweise am Tag der Veranstaltung in 12 Stunden nicht einmal zur Toilette
geschafft habe...
Man versucht an alles zu
denken, für alle da zu sein, es jedem Recht zu machen, in dem Wissen, dass es
nicht funktionieren wird und man versucht es dennoch. Doch überall gleichzeitig
kann man nicht sein. Die Jury möchte betreut werden, die Showacts, die
Sponsoren, die VIP-Gäste (oder solche, die sich dafür halten) und natürlich die
Teilnehmer, deren Nerven ja auch schnell blank liegen.
Das geht auf keinen Fall
alleine und ein gutes Team ist unheimlich wichtig. Die Personen, die im
Hintergrund agieren, die man vielleicht auf der Bühne überhaupt nicht zu
Gesicht bekommt, die tragen ein Event immer mit.
Und das gilt für jedes Event.
Ohne Mitarbeiter und ein tolles Team könnte es kein Firmenjubiläum geben, ohne
Eltern, die vorbereiten, die Kindern zum Event fahren etc., keinen
Kindergeburtstag. Die Helfer repräsentieren das Event in einem Maße, welches
man nie unterschätzen darf.
Und dann noch die eigenen Fehler...
Es gab am Tag des Events
tatsächlich einen Moment, wo ich im Erdboden hätte versinken wollen. Klar, man
verspricht sich auf der Bühne, die Nase fängt an zu laufen, ein Hustenreiz
kitzelt, man hat das Gefühl, jetzt fliegen einem dann gleich sämtliche
Moderationskarten aus der Hand. Das ist normal, damit kann man umgehen.
Wenn man aber bei der
wohlgemeinten Danksagung, dann dem Freund der Tochter einen falschen Namen
gibt, bzw. die Personen verwechselt, auf der Bühne, mit Mikro – dann ist das
wirklich peinlich.
Denn die Familie, die die
Planung über 1 Jahr mitgetragen hat, hat die eigenen Fehler am wenigsten
verdient.
Ein Event ist ein Ereignis.
Ereignisse kann man nur zum Teil planen. Sehen wir die schönen Momente, suchen
wir nicht die Fehler an uns und anderen und lernen wir doch einfach, jeden Tag
als ein Ereignis, welches nie wiederkommen wird, zu schätzen...
Donnerstag, 18. Mai 2017
Acrobatic Therapy – Was ist das?
Wenn
Körper und Seele im Einklang sind, agiert man souverän. Ohne seelische bzw.
körperliche Blockaden hat man keine Schwierigkeiten, seine Wünsche zu
formulieren, sich durchzusetzen und Gehör zu verschaffen und mit dem richtigen
Auftreten zu überzeugen. Im Zuge des stets wachsenden Leistungsdrucks fällt das
allerdings nicht leicht. Dabei wirken sich seelische Belastungen auf den Körper
aus und körperliche Beschwerden und Wehwehchen hemmen unsere geistige
Leistungsfähigkeit.
Ein
Coaching, welches Körper und Seele gleichermaßen stärkt, wirkt dabei
ganzheitlich.
Acrobatic
Therapy by Rebel-Management-Training
Rebel-Management-Training wurde im Jahr
2000 von Nadine Rebel gegründet. Sie studierte Soziologie, Psychologie und
Pädagogik, spezialisierte sich auf die Erwachsenenbildung und kümmert sich in
ihrem Unternehmen um den Außenauftritt von Firmen und Einzelpersonen.
Als zudem ausgebildete Trainerin im
Sportbereich und des Gesundheitsmanagements und Leiterin von CrazyPole Augsburg
verfolgte sie stets die Auswirkungen vom Körper auf die Seele und umgekehrt.
Das
gesunde Gleichgewicht
Das heutige Berufs- und Privatleben ist
geprägt von Anforderungen, die Rollenvielfalt die eine Person an den Tag legen
muss, wird allem Anschein nach immer ausgeprägter und breitgefächerter. Die
gesunde Mischung besteht allerdings dann, wenn Kontrolle und Loslassen, An- und
Entspannung, Selbst- und Fremdvertrauen sich die Waage halten.
Genau diese Punkte werden mittels der
Acrobatic Therapy bearbeitet und gestärkt.
Immer nur so weit, wie es der Kunde
wünscht.
Erlebniscoaching
Wissen muss erlebbar sein, damit man es
anwenden kann. Auch im Coaching nützen die besten gemeinsam mit dem Kunden
entwickelten Strategien nur wenig, wenn der Kunde deren Wirkung nicht erlebt.
Das Wort „Erlebniscoaching“ bezieht
sich dabei auf die Besonderheiten der Coachingform „Acrobatic Therapy“. Wenn
ein Klient im Coaching selbst erleben kann, was mit den Tipps und Tricks, den
Ausführungen des Coaches gemeint ist, dann wird Wissen lebendig. Dann steigt
die Motivation, dieses erlebte Wissen auch auf andere Bereiche des Lebens zu
übertragen und dort anwenden zu können.
Ganzheitlich
agieren
Körper und Geist werden gleichermaßen
betrachtet und beide Bestandteile als absolut gleichwertig angesehen. Zunächst
wird in einem Gespräch ermittelt, was der Klient vom Coaching erwartet. Die
Zielsetzungen können hier vielfältig sein:
·
Konfliktmanagement
·
verbessertes Selbstvertrauen
·
überzeugenderes Auftreten
·
Verbesserung der Körpersprache
·
Angstminimierung
·
die Vorbereitung auf öffentliche
Auftritte
·
Umgang mit gefühlten persönlichen
Unzulänglichkeiten
·
u.v.m.
Körperlich
erleben, was einen geistig beeinflusst
Nach der fundierten Ist-Stand-Analyse
und des Absteckens der persönlichen Ziele, geht es dann ans körperliche
Erleben. Mittels bestimmter Körperübungen und Ausflüge in Teile der Akrobatik,
erlebt der Klient selbst, wie der Körper die Seele beeinflusst, wie die Seele
den Körper hemmen oder motivieren kann.
Das Ende einer Einheit bildet die
Bearbeitung des Erlebten und der Erstellung einer persönlichen To-Do-Liste bis
zum nächsten Coaching.
Bodyfeedback
Nadine Rebel ist unter anderem auch
Autorin der Bücher „Fit for work für Frauen“ und „Work Life Balance für freche
Frauen“ – setzt sich also schon lange mit derartigen Themen auseinander. Im
Buch „Fit for work“ wird dabei eingehend der Zusammenhang und die gegenseitige
Beeinflussung von Denken und Handeln, von Körper und Seele, von geistigem und
körperlichem Erleben beschrieben. Auch im Buch „Poledance Passion“, welches von
Nadine Rebel geschrieben wurde, findet sich die Verbindung von Körper und Seele
beschrieben. Hier liegen auch die Ursprünge der „Acrobatic Therapy“.
Je höher die Ansprüche, die eine
Sportart nicht nur an die körperlichen Voraussetzungen, sondern auch an den
Geist und die Seele stellt, umso deutlicher kann man selbst spüren und erleben,
wie stark sich diese beiden Spieler gegenseitig beeinflussen.
Angelehnt an akrobatische
Grundtendenzen arbeitet man in der Acrobatic Therapy mit verschiedensten
natürlichen Ängsten und dem Umgang mit diesen. Angst, den Boden unter den Füßen
zu verlieren, Angst vor Verletzungen, Angst vor dem Fallen, zu wenig Vertrauen
in die eigenen Kräfte, Angst vor Fehlern.
Die
Ängste sind gleich
Steckt man beruflich oder privat zurück
oder hat man das Gefühl nicht vorankommen zu können, sind es häufig die
gleichen Denkmuster, die uns beeinflussen. Die oben genannten Ängste lassen
sich eins zu eins übertragen und hemmen uns.
Die reine Erklärung, dass derartige
Ängste unsinnig und oftmals einfach unbegründet sind, hilft dabei nicht weiter.
Ein Coach, der dies seinem Klienten mitteilt, macht sich selten beliebt.
Entweder man kann es in den Augen des
Klienten lesen oder aber er/ sie spricht es aus, dass sie/ er selbst wissen
würde, dass die Ängste unsinnig wären. Allein das Wissen lässt diese Hemmschuhe
nicht verschwinden.
Was
wird trainiert?
Zunächst wird mittels eines
Eingangscoachings in einem Gespräch festgestellt, welche gedanklichen Tendenzen
den Kunden oder die Kundin beeinflussen. Geht es um Fragen der Kontrolle oder
des Loslassens, der Fremd- oder Selbstbestimmtheit, der Zielsetzung, der
Balance? Sind die Baustellen geklärt, geht es ans Erleben.
Womit
wird trainiert?
Der eigene Körper stellt hierbei das
beste Trainingsgerät dar. Wenn es der Kunde wünscht, wird aber auch mittels des
Aerial Hoops und der Pole trainiert. Dabei sind die Körperübungen natürlich
nicht mit den Elementen aus klassischen Pole- oder Hoop-Kursen zu vergleichen.
Kompetenzbündelung
Durch die Kompetenzbündelung von
fachlichem Wissen im soziologisch-psychologischen Bereich und dem Wissen
Didaktik und sportlichem Training wird hier ein besonderer Coachingerfolg
möglich.
Die über 17jährige Erfahrung als Coach
und Unternehmensberaterin und die über 15jährige Erfahrung als Trainerin für
den Sportbereich sprechen für sich.
Keine
Höchstleistungen gefordert
Wer von sich selbst denkt, dass „Sport
Mord“ sei und dass deswegen diese Form von Coaching gar nicht funktionieren
kann, darf beruhigt sein. Weder sind sportliche Höchstleistungen gefragt, noch
muss der Klient tatsächlich über akrobatische Fähigkeiten verfügen. Einfach
Methoden ermöglichen den Brückenschlag vom körperlichen Erleben zur geistigen
Lösungsfindung.
Weitere
Informationen
Weitere Informationen zum Thema findet
man unter
Abonnieren
Kommentare (Atom)








