Lange Zeit galt es, bei Bodenübungen für die Bauchmuskulatur
als hohes Ziel, den gesamten Rücken auf dem Boden abzulegen.
Der Rücken wurde demnach komplett auf die Matte gedrückt, das Becken
eingerollt.
Diese vorgeschriebene Haltung sollte dem Schutz der Bandscheiben
in der LWS (Lendenwirbelsäule).
Tatsächlich ist es so, dass der Bauch von Grund auf mehr
arbeiten muss, wenn der gesamte Rücken auf den Boden gedrückt werden soll.
Allerdings entspricht dies NICHT der neutralen Position der
natürlichen Lordose.
Der Rücken weist eine Doppel-S-Kurve auf, die als vollkommen
natürlich gilt.
Legt man sich auf dem Boden ab, so liegt der untere Rücken
nicht auf.
Auflagepunkte sind: Po/Becken, Schulterblätter, Oberschenkel (teilweise nur
bedingt) und Waden.
Für ein gesundes Training ist es wichtig, die Sensibilität
für eine neutrale Beckenstellung zu erhöhen. Auch während anspruchsvoller
Bewegungen (Bauchübungen im Liegen) sollte man darauf achten, dass das Becken
in seiner natürlichen Lage bleibt.
Merke: Steht das Becken neutral, liegt der untere Bereich
des Rücken NICHT komplett auf der Matte auf!
(siehe auch die Anleitungen zu Pilates)
Nice to know:
Streng genommen weist unsere Wirbelsäule sogar eine vierfache natürliche
Krümmung auf. Diese Krümmung ist wichtig, um Stöße zu dämpfen und das Gewicht des
Oberkörpers auf Dauer ohne schädigende Belastung zu tragen.
Die natürlichen Kurven der Wirbelsäule ermöglichen uns die
verschiedensten Bewegungen, so dass wir nach Herzenslust tanzen, springen und
rennen können. Auch das Heben von Lasten geht damit besser!
MERKE:
Bitte die neutrale Stellung des Beckens nicht mit einem Hohlkreuz verwechseln!
Befindet sich der Oberkörper in einer geraden Linie und bleibt diese Linie bei
der Ausführung der Übungen gerade, so ist es überhaupt nicht verkehrt, wenn
unter ihrem unteren Rücken ein wenig Luft ist.
Wölbt sich die Bauchdecke sichtbar nach oben und wackelt der
gesamte Oberkörper während der Bauchübungen, so dass das Becken nicht ruhig
gehalten werden kann, dann sollten man mit der Anspannung der Bauchmuskulatur
noch stärker dagegen halten. Nur so kann der untere Rücken geschont werden.
Luft unter dem unteren Rücken ist KEIN Hohlkreuz! Achten Sie
auf die kleinen und feinen, aber wichtigen Unterschiede!