Sonntag, 14. November 2021
Yoga Tutorial: Heraufschauender Hund
Sonntag, 7. November 2021
Aerial Hoop Tutorial: Combo 1
Donnerstag, 12. August 2021
Der Tod als selbst gewählter Weg
Wenn ein Mensch
geht, hinterlässt er Leere, Schmerz, Trauer, Sehnsucht. Immer.
Wenn ein Mensch beschließt zu gehen, dann kommen Unverständnis und vielleicht
sogar manchmal Wut dazu.
Vor Jahren begleitete ich meine Tochter zu einem Trauergottesdienst für ihren
Klassenkameraden, der den Freitod gewählt hat. Der Pfarrer sagte damals, man
könne es nicht verstehen, es wäre wohl so, dass die Angst vor dem Leben einfach
größer gewesen sei als die Angst vor dem Sterben.
Seit März 2020 haben 5 Trainerkollegen*innen mehr Angst vor dem Leben, mehr Angst vor der Zukunft gehabt als vor dem Tod.
Jedes Schicksal unendlich traurig.
Keine Erklärungsversuche
Die Fragen nach Namen, sowie die Frage nach familiären Hintergründen werde ich nicht aufgreifen. Teilweise kannte ich die Menschen persönlich, teilweise stand ich mit den Personen schon auf einer Bühne, teilweise haben sie mich über sozialen Medien inspiriert und ich bin ihnen gefolgt. Jede Nachricht schockt erneut. Und die Frage nach den Gründen taucht unweigerlich auf. Diese kann wahrscheinlich niemand beantworten.
Kleine Community
Die Szene und Community rund um die Sportart Pole Dance wächst, dennoch ist sie im Vergleich zu anderen Breitensportarten klein. 5 Personen in 1,5 Jahren, die für sich den Freitod gewählt haben. Sie bleiben unvergessen. Wir hätten sie alle gerne länger um uns gehabt.
5 junge Menschen. Kraftvoll, voller Stärke, Humor, mit einer unvergleichlichen Leidenschaft. 5 Personen, die alles gaben – am Ende sich selbst.
Wenn die Leidenschaft getötet wird
Wenn die Seele stirbt, folgt der Körper. Wenn der Körper nur noch eine leere Hülle ist, dann will man ihn loswerden, denn er scheint nur noch Ballast zu sein, der die getötete Seele nicht hergibt und sie immer tiefer in die Sümpfe der Traurigkeit zieht.
Allein und einsam
Bei einigen dieser Menschen konnte man es erahnen. Die Belastungen der Zeit wurden öffentlich benannt, die Trauer, der Verlust dessen, was einen ausmacht, wurden mehrfach beschrieben.
Nicht instrumentalisieren
Ja, ich würde gerne darüber schreiben, dass es für viele nicht einfach nur ein „stay at home“ war, sondern viel viel tiefer ging. Ich möchte aber diesen Beitrag nicht instrumentalisieren.
Ich möchte nicht von Kollateralschäden sprechen, weil ich es als pietätlos empfinde.
Ich bin nur erschrocken über die Menge an Personen und habe Angst.
Danke
Solange wir uns an die Menschen erinnern, werden sie nicht wirklich tot sein. Sie sind fern. Sie haben für sich einen anderen Weg gewählt, ein anderes Land, einen Weg, um frei zu sein.
Danke für all das, was ihr uns gegeben habt. Danke für eure Leidenschaft. Danke für die Inspirationen. Danke für eure Liebe zum Sport und zu euren Teilnehmern und Teilnehmerinnen.
Getanzte Hommage https://youtu.be/W3JlbR9WX_s
Donnerstag, 5. August 2021
Guter Sexismus - schlechter Sexismus
Liederlich. Billig.
Sexistisch. Anrüchig. Schmutziger Sport.
All diese Dinge dürfen sich Polesportler*innen immer noch anhören.
Hauptargument: Die Kleidung ist so knapp.
So knapp wie manche Hosen im Beachvolleyball und Beachhandball sein MÜSSEN,
wenn die Spielerinnen die Regeln befolgen wollen, sind die Höschen der
Polesportler*innen nicht. Aber das tut nichts zur Sache. Das Urteil ist schon
vorher gefallen.
In Zeiten teils sinnlos erscheinender Diskussionen über das Gendern aller
möglichen und unmöglichen Worte finde ich es bemerkenswert, dass sich sehr wohl
Personen darüber Gedanken machen können, ob es „der Stuhl“ oder „die Stuhlin“
heißen sollte, sich aber nicht darüber beschweren, wenn Frauen Strafen bekommen,
weil ihre Kleidung zu VIEL bedeckt hat.
Disclaimer
Normalerweise
kommen diese Erklärungen immer am Ende eines Artikels, hier zu Anfang. Es geht
mir nicht darum, eine Sportart höher/besser zu bewerten als eine andere. Es
geht mir nicht darum, den tausendsten Versuch anzustellen, den Polesport in das
gewünschte Licht zu rücken, und es geht mir nicht darum, dass ich
Beachvolleyball oder Beachhandball mag oder nicht mag. Punkt.
(Update 06.08.2021: Ich muss einen weiteren Disclaimer einfügen: Nein, ich
finde die Regenbogenbewegung NICHT schlecht. JA, ich bin absolut dafür, dass
man Menschen jeglicher Coleur (darf ich das jetzt noch sagen?) achtet und
respektiert. NEIN, ich habe kein Problem mit Regenbögen…)
Argumentative Grundlage
Beachvolleyball, Beachhandball wird im Freien gespielt. Das Wort „Beach“ legt die Assoziation mit Wärme, Strand, Sommer und warmen Temperaturen nahe. Insofern ist es gut möglich, dass knappe Kleidung hier angenehm sein kann. Für die Ausübung der Sportart ist knappe Kleidung allerdings nicht zwingend notwendig. Beim Polesport offeriert nackte Haut Grip. Wo die Haut in Berührung mit der Pole (Stange) kommt, da kann man Grip aufbauen. Kleidung aus handelsüblichen Materialien (alles außer Lack und Latex) rutscht an der Stange. Der Sport ist so nicht auszuführen. Wäre ungefähr so, wie wenn man Barrenturner*innen sagen würde, sie sollen Samthandschuhe tragen.
Was also bei der einen Sportart eine Kann-Option darstellt, ist bei der anderen Sportart obligatorisch.
Gab es noch bis vor Kurzem Vorschriften, die eine maximale Breite an der Seite des Höschens von 7cm für die Sportlerinnen erlaubten, so wurde dies mittlerweile angepasst (https://www.faz.net/aktuell/sport/olympia/olympia-regelecke-die-bikini-revolution-11836296.html). Es steht den Sportlerinnen frei, auch in T-Shirt und kurzer Legging die Wettkämpfe zu bestreiten. Die Hosen müssen dabei 3cm über dem Knie enden.
Gut. Es gibt nun allem Anschein nach mehr Wahlfreiheiten und die Mannschaften können selbst entscheiden, wie sie auftreten wollen, was für sie am stimmigsten ist.
Die verfrorenen Norwegerinnen
Irgendwie scheint
das aber nicht für alle Turniere zu gelten. Bei der EM in Bulgarien hatte sich
das Team der norwegischen Beach-Handballerinnen dazu entschieden, in Shorts zu
spielen. Man fühle sich in kurzen Slips sexualisiert und unwohl. Den
Spielerinnen war klar, dass dies offiziell nicht erlaubt ist, und dass es zu
einer Strafe kommen könnte.
Kurz festgehalten: Eine Strafe, weil Frauen zu VIEL Kleidung tragen und zu VIEL
der nackten Haut verstecken – nicht umgekehrt.
Beachhandball ist dabei allerdings um 3cm weniger sexualisiert als Beachvolleyball. Der Dresscode für Turniere verlangt von Frauen, ein Top und eine Bikini-Hose zu tragen. Männer dürfen Hosen tragen, die 10cm über dem Knie enden, dabei dürfen sie nicht zu „lässig“ geschnitten sein (um Einblicke zu vermeiden? Oder damit nichts in der Gegend baumelt?).
„Spielerinnen müssen Bikinihosen tragen, diese müssen körperbetont geschnitten sein und einen hohen Beinausschnitt haben. Die Seitenbreite darf höchstens 10cm betragen.“
Einschaltquoten
Sind Männer generell unansehnlicher als Frauen? Dürfen Männer auch ein Top und ein Bikinihöschen tragen? Dürfen Männer oben ohne spielen und wenn, ja, warum und wenn nein, warum nicht? Sollte es doch nur um Einschaltquoten gehen? Werden hier Frauen instrumentalisiert? Schaut das Publikum auf den Spielverlauf oder auf wippende Dekolletés und auf die in den Pofalten verschwindenden Hosen? Fragen über Fragen.
Pink ist keine Farbe, Pink ist ein Statement
Nie war dieser Satz so treffend. Die Pop-Sängerin Pink hatte über Twitter angeboten, die Geldstrafe für das norwegische Team von 1500,00€ zu übernehmen. Zu dieser Strafe wurde das norwegische Team verdonnert, weil sich die Frauen dazu entschieden hatten, zu viel Kleidung zu tragen.
Der norwegische Verband wird die Strafe nun gemäß den Regularien selbst zahlen. Der Empfänger des Strafgelds, der europäische Handballverband EHF, hat sich im „Gegenzug“ dazu bereiterklärt, die gleiche Summe an eine internationale Sportstiftung zu spenden, die sich für die Gleichstellung von Mädchen und Frauen im Sport einsetzt.
Wenn die Hosen Regenbogenfarben haben
Sind die Gemüter nun besänftigt? Sollte man das als „diplomatische Lösung“ sehen? In Zeiten, in denen keine Einzelfarben (schwarz, weiß) nur noch der gesamte Regenbogen mehr erlaubt zu sein scheinen, kann es sein, dass man Sportlerinnen bestraft, weil sie sich erdreistet haben, sich anzuziehen?
Wo bleibt hier der „Aufschrei“? Ich höre ihn nicht.
Wahrscheinlich hätte ich die Diskussion nicht einmal wirklich mitbekommen, wenn ich nicht aufgrund des Wissens, wie es ist wegen Kleidung schief angeguckt zu werden (ich will das Wort „diskriminiert“ bewusst nicht verwenden), getriggert gewesen wäre.
GMV-Faktor
Wo bleibt der GMV-Faktor? GMV? Gesunder Menschenverstand.
Ganz einfach:
„Gesund“ gibt es nicht mehr, nur noch „getestet“, „geimpft“ oder „genesen“.
Menschen gibt es auch nicht mehr, nur noch Wesen. Und wenn der Verstand keinen
Ankergrund mehr findet, dann kann er sich auch nicht mehr breitmachen. Logisch
eigentlich.
Donnerstag, 22. Juli 2021
Unsichtbarer Schmerz
Wir glauben gerne, was wir sehen. Schmerzen kann man nicht sehen. Das Schmerzempfinden ist von Person zu Person unterschiedlich. Eine Person empfindet einen abgebrochenen Fingernagel als schlimm, eine andere Person spricht davon, dass es ihr gutgehen würde, obwohl sie fast buchstäblich mit dem Kopf unterm Arm erscheint.
Abgesehen von diesen Selbstverständlichkeiten stellt sich dann auch immer die Frage, was eine Person mit der Beschreibung ihrer Beschwerden erreichen will. Möchte sie das Umfeld in Kenntnis setzen oder soll „mehr“ damit bewirkt werden. Das weiß allein die Person selbst und die Interpretation des Umfelds kann hier vollkommen falsch sein.
Zur Kenntnisnahme
Jede Kursstunde beginnt mit der Frage des Trainers/der Trainerin, ob er/sie etwas wissen muss, was den Gesundheitsstatus der teilnehmenden Personen betrifft und unter Umständen beachtet werden muss oder soll. Die Antworten haben eine Bandbreite von „Ich bin geimpft.“ bis „mein Zehennagel ist eingewachsen“.
Fakt ist, wenn eine Person zum Training erscheint, geht sie und auch der Trainer/die Trainerin davon aus, dass das Training absolviert werden kann. Manches verbessert sich auch während des Trainings, anderes kann das Training negativ beeinflussen. Wie der Sachverhalt ist, wird man gemeinsam während des Trainings feststellen.
Zudem zeigt sich hier bereits die oben beschriebene Subjektivität der Empfindungen, die im Grunde nicht bewertet werden sollte. Manches ist für den Trainer einfach wichtig zu wissen. Wer gerade Kreislaufprobleme hat oder mit Kopfschmerzen kämpft, ist unter Umständen nicht ganz so leistungsfähig wie im Normalfall.
Kopfschmerzen sieht man nicht. Kreislaufprobleme auch nicht – zumindest nicht, wenn die Person nicht zusammenbricht. Dennoch ist es wichtig es zu erwähnen.
Wenn die Person diese Dinge erwähnt, so scheint es für sie wichtig zu sein und dann hat es der Trainer/die Trainerin auch zu respektieren.
Unsichtbares Vertrauen
Und wenn eine Person sagt, es würde ihr wirklich nicht gutgehen und dabei aussieht wie das blühende Leben? Wir können immer nur an Menschen hinsehen, nie in sie hineinsehen. Es kommt immer darauf an, ob das Empfinden, die Schmerzen, der Allgemeinzustand in irgendeiner Weise gefährlich werden könnte. Wer nach jeder Bewegung jammert, wer sich darüber beschwert, dass man beim Sport schwitzt, wer sich darüber beschwert, dass die Muskeln arbeiten müssen und man diese spürt, wer an dem Anstrengungsempfinden so gar nichts Gutes lassen kann, der ist sicherlich nicht richtig aufgehoben. Er oder sie tut sich dann ja auch keinen Gefallen. Aber es gibt Personen, die sagen einmal, dass es ihnen nicht gutgehen würde, und lassen sich dann nichts mehr anmerken. Sie kämpfen einen stillen Kampf. Vielleicht sieht man zufällig hin, wenn sie gerade das Gesicht verziehen. Auf die Frage, was denn los wäre, kommt dann ruhig, fast nonchalant, dass sie doch gesagt hätten, es würde ihnen nicht gutgehen.
Es sprühen keine Funken, es spritzt kein Blut, kein Fuß ist eingegipst und der Mensch sieht auch nicht aus wie der wandelnde Tod. All das muss nicht heißen, dass dieser Mensch nicht gerade kämpft.
Meist sind es diejenigen, die kaum etwas erwähnen, die sich mit ihren Beschwerden zurückhalten, die man kaum bemerkt, die wirklich leiden.
Für diese Menschen bedeutet es eine große Überwindung, überhaupt zuzugeben, dass sie nicht „ganz so fit sind“.
Sichtbare Pflaster
Vor Jahren hatte ich schlimme Rückenschmerzen. Es war der akute Bandscheibenvorfall in der HWS, der sich da bemerkbar machte. Über Wochen. Ich habe es verlauten lassen. Punkt. Sonst hat man mir nichts angemerkt. Aber jede Stunde war ein Kampf. Nachdem es nicht besser wurde, hat mich mein Weg dann doch zum Arzt geführt und ich bekam 12 Quaddelspritzen (Wasserspritzen) in den Rücken, um den Druck zu nehmen. Am Abend stand ich im Studio mit 12 Pflastern.
Ein großes Hallo, bestürzte Blicke, Fragen, was ich denn gemacht hätte. Antwort: „Das Gleiche wie die letzten 3 Wochen auch. Da habe ich es eben nur kurz erwähnt.“
Die Pflaster waren der sichtbare Beweis dafür, dass es wohl doch nicht nur „leeres Gerede“ gewesen ist.
Muss ich mir jetzt immer Pflaster irgendwo hin kleben?
(P.S.: Nein, Pause machen ist leider keine Option. War es noch nie, weil ich es mir nicht leisten kann. Punkt. Lassen wir das Thema einfach, okay?)
Die härtesten Kämpfe sind oftmals still
Migräne, Magen- und Darmprobleme, Nervenentzündungen, Bandscheibenvorfälle, MS, psychische Belastungen, Trauer, Resignation, Depression und vieles mehr sind nur eine Handvoll an Belastungen und Gegner, gegen die so viele Menschen kämpfen müssen, ohne dass man immer etwas von ihren Kämpfen mitbekommt. Die Kämpfe, die Belastung, die Schmerzen kleinzureden, nur weil man sie von außen nicht sehen kann, ist nicht schön.
Es gibt Menschen, die kämpfen jeden Tag. Sie kämpfen einen stillen Kampf. Sie tragen weder einen Gips noch haben sie Pflaster. Sie laufen ohne Krücken und sehen aus wie das blühende Leben.
Nur weil man nichts sieht, diesen Menschen den inneren immerwährenden Kampf abzusprechen ist eine Form von Respektlosigkeit.
Donnerstag, 24. Juni 2021
Klangschalen müssen nicht sein
Ein gutes Workout trainiert Körper und Geist. Ohne Willen, ohne Einstellung, ohne Kommunikation zwischen Kopf und Körper bleiben die Erfolge klein oder aus. Sinnlich wahrnehmen. Zulassen. Hineinspüren. Atmen. All diese Punkte, die in jedem Fall ein gutes Training komplettieren können, sind essenzielle Bestandteile des Yoga. Wie weit man sich in die Gedankenwelt und in die Esoterik begibt oder entführen lassen möchte, das bleibt jeder Person selbst überlassen. Fakt ist: Wenn sich eine Trainingsgestaltung nicht passend anfühlt, dann ist sie nicht richtig. Und für den einen fängt das eben schon bei zu vielen esoterischen Elementen an. Dennoch bedeutet das nicht, dass Yoga nichts für die Person wäre.
Yoga-Workshops
In jeder Sportart werden Workshops angeboten. Spezielle Themen, bekannte Trainer, neue Orte. Was es auch immer ist, was eine Person zur Teilnahme bewegt, Workshops sind immer ein Zugewinn – manchmal auch nur an Erfahrung. Wie im Pole-Sport und beim Aerial Hoop habe ich in der Vergangenheit schon an so manchen Workshops teilgenommen. Tatsächlich praktiziere ich Yoga länger als Pole Dance oder Aerial Hoop.
Die Bandbreite der Erfahrungen kenne ich.
Wie wunderbar
Es gibt einige Workshops, an die erinnere ich mich heute noch. Weil sie so gut waren, oder leider das Gegenteil. Es gab Workshops, die haben mir einfach „gepasst“. Es ist immer Geschmackssache, was einer Person liegt und was nicht. Es ist demnach nie ein Urteil, wenn man für sich feststellt, dass einem diese Art der Lehre nicht taugt. So wie man sich ja auch keine Gedanken darüber machen würde, wenn man Schuhe in der falschen Größe vor sich stehen hat. Passen halt nicht. Punkt. Da muss man kein Fass aufmachen.
Und es gab Workshops, von denen ich heute noch profitiere. Es waren meist die Workshops, in welchen es der Trainer/die Trainerin geschafft hat, mich ganzheitlich anzusprechen. Es war die gelungene Mischung aus Stimmung, sportlichem Training, Respekt und Gedankenimpulsen.
Ich muss hier raus
Und es gab Workshops, bei denen ich nach 20 Minuten verzweifelt nach einem Ausweg gesucht habe. Natürlich steht es mir frei, einfach aufzustehen, in ruhiger Art und Weise zu sagen, dass ich hier verkehrt bin, weil ich mich nicht wohlfühle und zu gehen. Irgendwie bin ich dafür zu zögerlich und zaghaft und möchte auch niemanden vor den Kopf stoßen.
Es waren meist die Workshops, in welchen ein Aspekt gegenüber den anderen die Oberhand gewann. Tatsächlich muss ich gestehen, dass ich mit einem stärkeren Fokus auf den sportlichen Aspekt besser zurechtkomme als mit einem Hauptfokus, der auf der Esoterik liegt.
„Schön, dass ihr alle hier seid. Ich sende Euch Liebe und möchte Euch bitten, euch zur Begrüßung alle in den Arm zu nehmen.“
NEIN! Liebe ist ja schön und eine gute Stimmung auch, aber ich WILL jetzt (noch) niemanden in den Arm nehmen und ich bin doch gerade erst angekommen.
Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Mir ist erneut wichtig zu betonen, dass es sich hier um Fragen des Geschmacks handelt. Diese Art der Gestaltung ist nicht falsch. Im Yoga schon gleich 3 mal nicht, da hier alles erlaubt ist und man frei und ohne Bewertung an die Dinge herangehen sollte, was ich sehr begrüße.
Die von Räucherstäbchen geschwängerte Luft, in der man nur noch Patchouli wahrnimmt, die Meditationsklänge, die immer gleich klingen, die übersanften Stimmen der Personen, die alles mit Liebe tränken, gefragt oder ungefragt, die „Touch“-Stimmung, alles mit Körperberührungen untermalen zu müssen, die gelben Meditationskerzen und der verbal mahnende Zeigefinger, man müsse das alles zulassen, um dann womöglich noch Sanskrit-Gesänge anzustimmen.
Mein Geschmack ist das nicht und ich muss dann raus.
Das ist okay und Geschmackssache. So wie es hunderte, ja tausende unterschiedlicher Blumen gibt, so gibt es auch unterschiedliche Yoga-Stile und jeder ist richtig.
3x A – begleitet mich bis heute
Und es gibt Workshops, die entsprechen eben genau meinem persönlichen Geschmack. Ich erinnere mich an einen 4stündigen Yoga-Workshop ziemlich zu Beginn meiner Yogi-Reise.
4 Stunden sind ja schon lang. Na, wir werden bestimmt Pausen machen. Da gibt es dann bestimmt eine Mittagspause. Man muss ja auch mal was essen…
Muss man nicht. Wenn man sich komplett auf die Körper- und Geisteserfahrung einlässt und die Mischung passt, vergehen auch 4 Stunden wie im Flug. Der Körper und der Geist sind vollkommen gefangen, vollkommen im Hier und Jetzt, vollkommen konzentriert.
Wow. Das geht tatsächlich.
Und dabei kam der „westliche“ Aspekt nicht mal zu kurz. Die Sprache war unkompliziert und normal, wir haben gelacht und gescherzt, ja sogar mal geflucht, wenn etwas nicht sofort klappen wollte.
So nebenbei gab der Trainer uns noch 3 As mit. Passend für fast jeden Bereich in unserem Leben in welchem wir weiterkommen möchten und somit bestimmt nicht ursprünglich von dem Yogi des Workshops, aber das hat er auch nicht behauptet.
Attitude – Alignment - Action
Einen Weg gehen, ein Ziel erreichen, sich verändern und vorankommen geht nur mit der richtigen Einstellung (attitude), der richtigen Anleitung (alignment) und der Tat (action).
Fehlt nur eines, werden wir viele unserer Ressourcen aufbrauchen, ohne voranzukommen.
Einstellung und Anleitung ohne Aktion – ist ja klar, dass dabei nichts rauskommt.
Das war auch so gut, das war einer der Punkte, die mich komplett abgeholt haben. Eben weil es nicht darum ging, sich einfach nur im Lotus-Sitz auf dem Boden einzufinden und darauf zu hoffen, dass das Universum schon alles für mich bereithalten würde.
Einstellung und Aktion ohne jemanden, der mir sagt, wie es richtig geht? Diese Erfahrungen haben schon alle Personen gemacht, die gemeint haben, sie könnten ohne Trainer trainieren.
Anleitung und Tun, ohne dass ich wirklich Lust darauf habe: Auch das ist zum Scheitern verurteilt.
Diese Verbindung zeigt deutlich, dass Körper und Geist ein Team sind. Manchmal arbeiten sie perfekt zusammen, manchmal sind ein paar Teambuilding-Maßnahmen notwendig.
Jetzt bekomme ich langsam ein Gefühl, was Yoga sein kann
Und so habe ich den Yoga-Stil gefunden, den ich als Trainerin praktiziere. Dieser gefällt auch nicht jeder Person. Das ist okay.
Umso mehr freue ich mich natürlich, wenn Personen länger dabeibleiben, sich auf die Reise einlassen und die Erfahrungen zulassen.
Und ganz toll ist es dann, wenn man ein Feedback bekommt, welches zeigt, dass man es geschafft hat, eine Stimmung, eine Atmosphäre, die Rahmenbedingungen zu schaffen, die ganzheitliche Erfahrungen zulassen. Eine Teilnehmerin sagte mir nach einer der letzten Yoga-Stunden: „Jetzt bekomme ich eine Ahnung, was Yoga alles noch sein kann – neben dem sportlichen Training. Heute hatte ich das Gefühl, dass mein Geist und mein Körper gemeinsam gearbeitet haben und auch das mit der Atmung hat geklappt und mir geholfen“
Ruhe? Fehlanzeige – ich werde eher aggressiv
Diese Ruhe, diese Forderung sich auf sich selbst, seinen Geist, seine Gedanken, seinen Atem und die Erfahrungen, die damit verbunden sind, einzulassen, das ist nicht für jede Person etwas.
Es gibt Personen, die werden von Yoga eher aggressiv. Der Körper schmerzt, die Bewegung, die der Trainer vormacht, scheint unmenschlich, der Geist kämpft und ist überhaupt nicht „amused“ darüber, was sein Besitzer vom Körper verlangt. Die Stimmen fragen den Körper, ob er jetzt komplett durchdreht und währenddessen soll man ruhig atmen, den Atem dorthin schicken, wo es „weh“ tut, das Ganze zulassen und es achtsam wahrnehmen.
Nein Danke, wenn ich mich ärgern möchte, kann ich auch mein Auto im absoluten Halteverbot parken und zulassen, was passiert.
Auch das ist okay und auch irgendwie verständlich und lustig, oder?
Nicht alles ist für jeden etwas. Punkt. Auch das muss man „zulassen“, selbst wenn man Yoga so gerne weitertragen würde.
Selbstbewusst eigene Entscheidungen treffen
Insofern kann tatsächlich sogar eine wie oben beschriebene Erfahrung dazu beitragen, ein Stück weit Persönlichkeitsentwicklung zu betreiben. Es ist auch wichtig zu wissen, was man nicht will.Donnerstag, 17. Juni 2021
Die Gedankenreise – oder Bauchmuskelkater durch Lachkrampf
Lachen ist gut. Lachen stärkt das Immunsystem. Lachen verbindet.
Insofern sehe ich es auch als meine Aufgabe an, die
teilnehmenden Personen in meinen Kursen immer mal wieder zum Lachen zu bringen.
Manchmal gelingt mir das auch ungewollt, dann mache ich mir so meine Gedanken…
Manchmal versuche ich es krampfhaft und ernte unter Umständen nur ein
mitleidiges Lächeln. Na ja, ist ja mal ein Anfang. Und manchmal, da helfen mir
die teilnehmenden Personen und dann wird es richtig lustig.
Ich bin doch schon groß
Eine Teilnehmerin, klein aber oho, musste für ein Fotoshooting die Einverständniserklärung zur Verwendung der Fotos unterschreiben. Kein Problem, meinte sie, ich bin ja schon groß. Und dann fügte sie hinzu: „Na ja, groß nicht, aber erwachsen.“
Ich habe meinen A… nicht im Griff
Bei manchen Figuren im Pole Training kommt es darauf an, das
Gewicht an die richtige Stelle zu verlagern. Der Schwerpunkt muss physikalisch
gesehen an der richtigen Position sein, sonst gewinnt die Schwerkraft. Manchmal
geht es dabei um den Po.
Erklärungen, Vorzeigen, Hilfestellung. Es klappt nicht. Auch das ist normal,
vor allem bei etwas komplizierteren Figuren, die noch dazu viel Kraft benötigen.
Etwas entnervt meinte eine Teilnehmerin nach dem gefühlt hundertsten Versuch: „Merkst
Du was? Ich habe meinen A….
nicht im Griff.“
Das Kinn auf der Brust ablegen
Nackenkreisen über die Brust. Dehnen am Ende der Stunde.
Oder auch nur eine Pilatesübung. Der Trainer leitet an. Das Kinn auf der Brust
ablegen. Ein Teilnehmer verlässt seinen Platz und geht zu seiner Partnerin
(Gott sei Dank hat er sich keine andere Person rausgesucht) und platziert
seinen Kopf auf deren Brust. Verwunderte Blicke werden quittiert mit: „Du hast
doch gesagt, Kinn auf der Brust ablegen.“
Seitdem ist die Erklärung ergänzt worden. Das Kinn auf der eigenen Brust ablegen.
Das Top ist aber etwas knapp geschnitten
Die meisten Pole und Aerial Hoop Outfits, aber auch Yoga und Stretching-Outfits nähe ich selbst. Manchmal nähe ich auch Wunschsets für Teilnehmerinnen. Eine Teilnehmerin hatte sich ein Carmen-Top gewünscht, also ein Top mit nur einem Träger. Das Rückenteil ist knapp geschnitten, vorne hat das Kleidungsstück etwas mehr Stoff. Beim Anprobieren hört man das Zweifeln förmlich aus der Umkleide. Ich frage, was denn los wäre. Die Teilnehmerin meinte, ich hätte das Top doch etwas sehr knapp geschnitten und zeigte sich mir. Ich antwortete, dass der Teil mir mehr Stoff nach vorne gehöre, nicht umgekehrt.
Erst wieder auf dem Boden ankommen, dann anziehen
Überhaupt ist gutsitzende Bekleidung beim Pole essentiell. Wenn man sich Sorgen machen muss, dass nicht alles an seinem Platz bleibt, so verhindert das die volle Konzentration. Wenn sich Körperteile selbständig machen – vor allem wenn man kopfüber geht, dann ist das nervig. Meist ist einem das auch peinlich, was es nicht sein muss, wir sind ja unter uns. Gefährlich wird es erst dann, wenn man sich wieder anziehen möchte, während man kopfüber hängt und dafür ganz selbstverständlich die Hände von der Pole löst, um alles wieder zu verstauen. Blöd, wenn die Hände das Einzige waren, was einen an der Pole gehalten hat. Ich bin ja oft langsam, hier war ich als Trainerin blitzschnell und fing die fallende Teilnehmerin auf. Wir haben uns danach auf eine neue Regel geeinigt: Erst auf den Boden zurückkommen, dann wieder anziehen.
Handspring und Handfall
Wir üben und trainieren den Handspring. Ich weise an:
Weniger springen, mehr Schwung, nicht stampfen, die Hüfte mehr drehen….
Eine Teilnehmerin mahnt an, es würde aber doch HandSPRING heißen. Ich gebe zu
bedenken, dass „spring“ ja im Englischen Frühling heißt und grinse. Sie grinst
zurück und meint, ob es dann auch den Handfall geben würde. Ja, sage ich, dass
ist die Figur, wenn man sich oben nicht halten kann und fällt.
Die Bahnhofstoilette
Kniebeugen müssen sauber ausgeführt werden. Die Knie bleiben
hinter den Fußspitzen. Das Gewicht wird auf die Fersen verlagert, die Zehen
werden nach oben gezogen. Der Po kommt tief, der Rücken bleibt angespannt, die
Schultern weg von der Brust, die Scheitelkrone wird nach oben gezogen. Und so
weiter und so weiter.
Dennoch kann man manchmal beobachten, dass all diese Erklärungen nicht wirklich
gut sind. Aber eines geht immer: Stellt euch vor, ihr würdet eine eklige
Bahnhofstoilette benützen müssen. So wie es hier der Grundsatz ist: „Treffen,
aber ja nicht berühren“, so geht ihr auch in der Kniebeuge tief. Funktioniert
immer. Außer man bekommt die Rückmeldung: „Nö, dann verkneife ich es mir.“
Batzenhofen
In einer der letzten Stretchingstunden haben wir ungeplant eine Weltreise unternommen. Der nach oben gestreckte Arm im Stand war die Freiheitsstatue (New York), das Boot aus dem Yoga fuhr in Venedig, die Seitneigung war der schiefe Turm von Pisa, der große Berg war der Mount Everest. Am Ende kamen wir zur entspannenden Klopfmassage. Man liegt auf dem Rücken, hebt das Becken leicht und lässt es wieder fallen. Man klopft so mit dem Becken und dem unteren Rücken auf den Boden. Hier erinnerte ich an den Film „Die Wüste lebt“ und an den Klopfkäfer, der mit klopfenden Bewegungen auf dem Wüstenboden seine Frau zu sich ruft. Eine Teilnehmerin meinte, bei ihr wäre die Klopfmassage aber eher Batzenhofen als Wüste (Batzenhofen ist ein kleiner Ort hier in den Stauden).
Leider
…habe ich viele der lustigen Situationen nicht sofort notiert, sonst könne man hier mehr zum Besten geben. Was auf jeden Fall schön ist, wenn wir miteinander Spaß haben und jeder seinen Teil dazu beiträgt. Das funktioniert live, aber sogar online und es macht das miteinander Sporteln so unheimlich wertvoll. Danke.Donnerstag, 13. Mai 2021
Körpergefühl und Selbstvertrauen – systematisch zerstört
In meiner Tätigkeit als Trainerin (Seminare und Sport) versuche ich den teilnehmenden Personen auch immer stärkende Elemente für das eigene Körpergefühl und das Selbstvertrauen mitzugeben. Jeder Mensch ist sich seiner selbst bewusst, an Selbstbewusstsein mangelt es selten. Das allein sagt aber nichts aus, wie man mit sich umgeht. Vertraut man den eigenen Empfindungen? Glaubt man an sich und an die Signale des eigenen Körpers? Hält man Rücksprache mit sich? Oder zerstört man sabotierend jedes Fünkchen Glauben an das eigene Tun und die eigene Wertigkeit? Letzteres ist fatal. Umso fataler ist es, was momentan passiert.
Körpergefühl
Kopfweh
bahnt sich an. Irgendwie fühlt man sich matschig. Prämenstruelles Syndrom. Ein
Kater. Jetlag. Übermüdung. Eine sich anbahnende Erkältung. Muskelkater.
Dehnungsschmerz beim Stretching. Hunger. Durst.
Wir kennen so viele Signale, die unser Körper uns sendet. Manchmal weiß man
nicht sofort, wie man diese deuten oder interpretieren soll, aber das kann man
lernen. Mit der Zeit wird die Konversation mit dem eigenen Körper immer klarer
und deutlicher. Das eigene Körpergefühl stärkt, mahnt, ist ein guter Ratgeber.
Je deutlicher wir die Signale des Körpers wahrnehmen und verstehen können, umso
eher gehen wir liebevoll mit unserem Körper um. Ein gutes Körpergefühl beugt Verletzungen
vor und mahnt uns zu einem verantwortungsvollen Umgang. Das ist im Alltag
ebenso wichtig wie im Sport. Wiederum trägt Sport massiv dazu bei, das eigene
Körpergefühl zu stärken und eine Freundschaft mit dem eigenen Körper
aufzubauen.
Selbstvertrauen
Selbstvertrauen
ist die Fähigkeit, objektiv zu sehen, welche Fähigkeiten und Gaben einem
gegeben wurden, dass diese wertvoll sind, dass man eine Bedeutung hat, dass man
in irgendeiner Weise wichtig ist, dass man etwas kann, dass man gut ist, so wie
man ist.
Selbstvertrauen stärkt uns den Rücken. Selbstvertrauen hilft uns dabei, uns
neuen Aufgaben zu stellen. Selbstvertrauen trägt dazu bei, im Reinen mit sich
zu sein. Selbstvertrauen kennt die eigenen Mankos und Schwächen und hackt nicht
auf diesen herum. Echtes Selbstvertrauen ist ehrlich und beugt der
Selbstzerstörung und der Eigensabotage vor. Auch diese Fähigkeit kann man
trainieren, man kann lernen ein gutes und gesundes Selbstvertrauen aufzubauen.
Ein Prozess
Selbstvertrauen und ein gutes Körpergefühl aufzubauen ist ein Prozess. Oftmals verlernen wir recht früh, unserem Körper zu vertrauen. Schlechte Erfahrungen, Verletzungen, Regenerationsphasen und ein verzerrtes Selbstbild können ihr Übriges dazu beitragen, das eigene Körpergefühl zu zerstören. Ähnlich sieht es mit dem Selbstvertrauen aus. Jeder Mensch hat eine Berechtigung hier zu sein. Einfach nur, weil es ihn gibt. Punkt. Man muss nicht ständig besser, fleißiger, aktiver oder Ähnliches sein, um vom Recht des Selbstvertrauens Gebrauch machen zu dürfen.
Die Prozesse, die in unserem Inneren vonstatten gehen, sind für unser Körpergefühl und das Selbstvertrauen nicht immer zielführend, kommen dann noch zerstörerische Elemente von außen dazu, kann das die eigene Persönlichkeit massiv schädigen.
Zerstörung von außen
Was ich im Moment mit Sorgen und Argwohn betrachte, ist die systematische Zerstörung von Selbstvertrauen und einem gesunden Körpergefühl. Systematisch von außen gesteuert. Sport und die eigene zielgerichtete Betätigung, Training und Muskelaufbau sind auf einmal nicht mehr wichtig.
Lachen, sich austauschen, singen und Freude empfinden gilt mittlerweile als gefährlich.
Gesunde
Menschen gibt es nicht mehr. Wie, du fühlst dich gut? Du weißt doch gar nicht,
ob Du nicht krank bist. Asymptomatisch nennt man das.
Du bist eine Gefahr für andere, du könntest potenziell großen Schaden
anrichten, nur weil es dich gibt.
Selbstvertrauen als Irrglaube
Ich bin scheu geworden. Kommt es tatsächlich dazu, dass ich auf Menschen treffe, dann schäme ich mich für meine Existenz. Wer weiß, vielleicht gefährde ich die Menschen gerade, ohne es zu wissen? Ich fühle mich egoistisch, weil ich gerne wieder in meinem Studio Menschen um mich herum hätte. Keimt dieser Gedanke auf, fühle ich mich schlecht, da ich ja dann den Aerosolen freien Lauf lassen würde. Alles, was ich möchte und tue, scheint falsch zu sein und dass ich mich körperlich gut und gesund fühle, ist bestimmt auch nur ein Trugschluss, schließlich habe ich mich nicht testen lassen.
Kann ich mir und meinem Körper überhaupt noch vertrauen? Darf ich mir noch wünschen zu lachen, zu herzen, zu umarmen, Nähe entstehen lassen zu können? Oder wäre es nicht besser, sich selbst gar nichts mehr zu glauben und sich schon gar nicht selbst zu vertrauen?
Donnerstag, 1. April 2021
Stellenwert Sport: Kleine Anfrage und bodenlose Frechheiten - so sieht es die Regierung
Bis vor einem Jahr galt Sport und sportliche Betätigung als „gut“,
nunmehr als verzichtbares Luxusgut. Betreiber von Sportstudios werden nicht nur
im Regen stehen gelassen, sie werden mit Füßen getreten. Diese Behauptung lässt
sich mit den Antworten der Bundesregierung untermauern.
Kaum jemand hat die Zeit oder kann sich die Zeit nehmen, 22 Seiten durchzulesen. Deswegen hier eine sehr knappe Zusammenfassung. Unter oben genanntem Link ist alles nachzulesen.
Sport ist ganz nett, aber Gartenarbeit tut es auch
So kann man es in der Antwort auf Frage 1 lesen.
Natürlich beugt Sport physischen wie psychischen Erkrankungen vor, das würden aber Gartenarbeit und Spaziergänge in gleichem Maße erfüllen.
Sport und Rehasport
Menschen mit Behinderungen können Rehasport betreiben, die
übrigen müssen eben warten, bis sie behindert sind. So die Zusammenfassung zu
Frage 2.
Rehasport ist insofern wichtig, als er dazu dient, Menschen arbeitsfähig zu
erhalten, damit diese auch Steuern zahlen können.
Rehasport wird von eingetragenen Vereinen angeboten, Fitness „nur“ von Privatunternehmern.
Die Frage nach dem Unterschied
Wo
liegen denn nun die Unterschiede zwischen Fitnessstudios
und Gesundheitsstudios? Antwort: Hier liegen keine Erkenntnisse vor.
(Hier nehme ich mir im weiteren Verlauf die Freiheit heraus, das ganze
unter "keine Ahnung/kein Interesse" zusammenzufassen).
Fazit: Man kennt den Unterschied nicht, aber man kann ihn machen. Der eine Zweig ist gut, der andere Zweig kann weg.
Wenn die Krankenkasse zahlen muss
…dann ist Sport notwendig. Wer sich im Vorfeld selbst darum kümmert, der KK nicht auf der Tasche zu liegen, muss bescheuert sein (Ausführungen zu Frage 9).
Gibt es Perspektiven?
Vielleicht ja, vielleicht nein, das entscheiden die Länder (Ausführungen zu Frage 10).
Wie entwickelt sich die Sportlage in Deutschland seit Beginn der Pandemie?
Antwort: Keine Ahnung/kein Interesse (Ausführungen zu Frage 11).
Was sagt die Bundesregierung zur Initiative vieler Studios, digitale Angebote zu schaffen?
Antwort: Keine Ahnung/kein Interesse (Ausführungen zu Frage 12).
Stärkt sportliche Betätigung das Immunsystem?
Antwort: Körperliche Betätigung stärkt das Immunsystem (Ausführungen zu Frage 13).
Was passiert, wenn Studios und Vereine nicht mehr da sind?
Antwort: Keine Ahnung/kein Interesse (Ausführungen zu Frage 14).
Ist die Stärkung des Immunsystems nicht gerade in Corona-Zeiten wichtig?
Antwort: Ja. (Ausführungen zu Frage 15).
Wenn die Sportangebote reduziert werden/reduziert sind, muss dann nicht auch ein Anstieg von Folgeerkrankungen befürchtet werden?
Antwort: Nein. Man kann ja Spazierengehen (Ausführungen zu Frage 16).
Kann Sport das Krebsrisiko senken?
Antwort: Ja (Ausführungen zu Frage 17).
Ist dann nicht die Schließung von Sportanlagen kontraproduktiv?
Antwort: Nein, weil es ja nur ein Faktor bei der möglichen Bekämpfung ist (Ausführungen zu Frage 18).
Kann Sport das Risiko der Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken?
Antwort: Ja (Ausführungen zu Frage 19).
Ist dann nicht die Schließung von Sportanlagen kontraproduktiv?
Antwort: Nein, weil es ja nur ein Faktor bei der möglichen Bekämpfung ist (Ausführungen zu Frage 20).
Kann Sport die individuelle Leistungsfähigkeit steigern?
Antwort: Ja (Ausführungen zu Frage 21).
Kann es dann sein, dass die individuelle Leistungsfähigkeit sinkt, wenn die Sportangebote nicht mehr da sind?
Antwort: Keine Ahnung/kein Interesse (Ausführungen zu Frage 22).
Kann Sport das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden senken?
Antwort: Ja (Ausführungen zu Frage 23).
Ist dann nicht die Schließung von Sportanlagen kontraproduktiv?
Antwort: Keine Ahnung/kein Interesse (Ausführungen zu Frage 24).
Hilft Sport gegen Bluthochdruck?
Antwort: Ja (Ausführungen zu Frage 25).
Ist dann nicht die Schließung von Sportanlagen kontraproduktiv?
Antwort: Nein, weil es ja nur ein Faktor bei der möglichen Bekämpfung ist (Ausführungen zu Frage 26).
Hilft Sport diverse Herz-Kreislauf-Erkrankungen (metabolisches Syndrom) einzudämmen?
Antwort: Ja (Ausführungen zu Frage 27).
Ist dann nicht die Schließung von Sportanlagen kontraproduktiv?
Antwort: Keine Ahnung/kein Interesse. Außerdem ist es ja nur ein Risikofaktor (Ausführungen zu Frage 28).
Hilft Sport dabei das Diabetes Mellitus Risiko zu senken?
Antwort: Ja (Ausführungen zu Frage 29).
Ist dann nicht die Schließung von Sportanlagen kontraproduktiv?
Antwort: Keine Ahnung. Außerdem ist es ja nur ein Risikofaktor (Ausführungen zu Frage 30).
Hilft Sport dabei das Risiko an Osteoporose zu erkranken, zu senken?
Antwort: Ja (Ausführungen zu Frage 31).
Ist dann nicht die Schließung von Sportanlagen kontraproduktiv?
Antwort: Keine Ahnung. Außerdem ist es ja nur ein Risikofaktor (Ausführungen zu Frage 32).
Hilft Sport gegen Depressionen?
Antwort: Ja (Ausführungen zu Frage 33).
Ist dann nicht die Schließung von Sportanlagen kontraproduktiv?
Antwort: Keine Ahnung. Außerdem ist es ja nur ein
Risikofaktor (Ausführungen zu Frage 34).
Dient Sport auch dem Balance-Training zur Sturzprophylaxe (im Alter)?
Antwort: Ja, aber das hat die Pflege zu leisten (Ausführungen zu Frage 35).
Ist dann nicht die Schließung von Sportanlagen kontraproduktiv?
Antwort: Keine Ahnung/kein Interesse (Ausführungen zu Frage 36).
Kann man die Folgen der Schließung von Sportstudios und die damit verbundene Abnahme der körperlichen Aktivität abschätzen?
Antwort: Corona-Schutz geht vor, außerdem gibt es keinen
signifikanten Rückgang der körperlichen Aktivitäten (Ausführungen zu Frage 37).
Welche Sportarten sind kontaktarm?
Antwort: Keine Ahnung/kein Interesse (Ausführungen zu Frage 38).
Was sagt die Bundesregierung zu den Hygienekonzepten von Sport- und Fitnessstudios?
Antwort: Keine Ahnung/kein Interesse. Aber die Regeln müssen eingehalten werden (Ausführungen zu Frage 39).
Gab es Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz und die Hygieneregeln?
Antwort: Keine Ahnung/kein Interesse (Ausführungen zu Frage 40).
Sind Sportstudios Infektionstreiber?
Antwort: Vielleicht, vielleicht auch nicht. Könnte
wahrscheinlich sein (Ausführungen zu Frage 41).
Selbstherrlich und grausam, dabei dumm und ignorant
· Wer Gartenarbeit mit einem professionell angeleiteten Rückenfit-Kurs vergleicht, zeigt nur, dass er/sie keine Ahnung hat.
· Wer Spazierengehen mit dem sozialen Austausch in einer Sportgruppe vergleicht, zeigt nur, dass er/sie keine Ahnung hat.
· Wer Vereine und Profisport als gut, aber private Unternehmer und Unternehmerinnen in der Sportbranche als unwert erachtet, zeigt nur, dass er/sie keinen Anstand hat.
· Wer sich den Studienergebnissen zur Wirkungsweise von Sport nicht öffnet, ja diese sogar negiert, zeigt nur dass er/sie ignorant ist.
· Wer Hilfen verspricht und diese zurückfordert, zeigt nur, dass Aussagen wie "kein Unternehmen wird sterben müssen", gelogen sind.
· Wer sich in keiner Weise darum kümmert und dafür interessiert, was Unternehmer und Unternehmerinnen der Sportbranche mit Online-Angeboten auf die Beine stellen, der zeigt nur, dass ihm/ihr eine ganze Branche und alle Kunden und Kundinnen dieser Branche, vollkommen egal sind.
Danke für das Gefühl, offen mit Füßen getreten zu werden.
#sportisimportantdoesntmatterwhattheysay






